Niesende Katze, röchelnder Hund

Pollen, Staub und Zusätze im Essen: Allergien plagen nicht nur Menschen, sondern auch Hunde und Katzen. Die Suche nach dem Auslöser ist oft langwierig. Ist er gefunden, hilft manchem Vierbeiner nur, Abstand zu halten. Anderen helfen Medikamente.

Wenn ein Hund oder eine Katze sich ständig kratzen, vermuten ihre Besitzer meistens Flöhe. Doch ständiger Juckreiz, schuppige Haut und wunde Stellen können auch andere Ursachen haben. Häufig leiden die Vierbeiner an Allergien, die wie bei Menschen unter anderem durch Pollen oder falsche Ernährung ausgelöst werden. Um herauszufinden, worauf das eigene Haustier reagiert, empfehlen Tierärzte einen Allergietest.

"Allergische Reaktionen entstehen, wenn das Immunsystem auf bestimmte Stoffe, Allergene genannt, überreagiert", erläutert Katrin Umlauf, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Umweltallergene wie etwa Pflanzenpollen, Staubmilben und Schimmelpilzsporen können eine sogenannte atopische Dermatitis bei den Tieren hervorrufen. "Je nach Allergen treten die Symptome nur zu bestimmten Jahreszeiten auf", sagt Umlauf. Auch das falsche Futter kann bei den Tieren zu Beschwerden führen.

"Futtermittelallergien sind bei Hunden nicht selten. Zu unterscheiden ist jedoch, ob es sich um Unverträglichkeiten oder echte Allergien handelt", sagt Umlauf. Bei letzterem sei ein bestimmtes Protein im Futter der Auslöser. Diese Eiweiße finden sich beispielsweise in Rindfleisch und Milchprodukten, aber auch in Schweine-, Pferde- und Geflügelfleisch sowie Weizen. Außerdem sollten Haustierbesitzer Futtermittelzusätze wie zum Beispiel Antioxidantien vermeiden. Als weitere Auslöser allergischer Reaktionen nennt Umlauf Flohkot und Hausstaub.

Bei Katzen sei wiederum die Flohbissallergie die bei weitem häufigste Allergie, sagt Umlauf. Es gibt verschiedene Anzeichen für eine allergische Reaktion. Welche Symptome auftreten, hänge vom Allergietyp ab, erklärt Thomas Steidl vom Ausschuss für Kleintiere der Bundestierärztekammer in Berlin. "Es kann sowohl zu Hautreaktionen wie etwa Rötungen und Juckreiz kommen, als auch zu Durchfall und Atemwegsbeschwerden." Das zeigt sich bei den Vierbeinern durch Niesen, Augenausfluss, Husten, bis hin zum allergisch bedingten Asthma, was sich bei Katzen besonders dramatisch äußern könne, sagt Steidl.

"Im schlimmsten Fall erleiden die Tiere einen anaphylaktischen Schock zum Beispiel auf Wespengift, was zum Glück aber nur selten passiert." Dass Haustiere unter Allergien leiden können, ist heutzutage nicht ungewöhnlich. "Betroffen sind Tiere aller Rassen und Altersklassen", sagt Umlauf.

"Bei Hunden wird laut den Hauttierärzten eine Zunahme gesehen, die wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen wie beim Menschen stattfindet - die Lebensumstände haben sich geändert", erklärt Ralf S. Müller, Professor für Veterinärdermatologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Denn insbesondere bei den Hunden, die in der Stadt leben, wird das Immunsystem nicht ausreichend gefordert.

Haben Besitzer bei ihrem Haustier den Verdacht auf eine Allergie, sollten sie mit ihm zum Tierarzt. "Dieser muss zuerst einmal herausfinden, ob es überhaupt eine Allergie ist, denn andere Krankheiten schauen ähnlich aus", erklärt Müller. Bei betroffenen Tieren, die auf Umweltallergene reagieren, können Haut- und Bluttests Aufklärung geben. "Bei Futterallergenen muss eine spezielle Diät eingehalten werden, und Flohallergikern hilft eine gute Flohbekämpfung."

Steidl rät davon ab, das Tier selber zu behandeln. "Laien sollten nicht versuchen, ihren Hund oder ihre Katze selbst zu kurieren." Natürlich ist die beste Behandlung laut Müller immer noch die Vermeidung. Das gehe bei Futterallergenen und Flöhen ganz gut, bei Umweltallergenen sei dies allerdings nicht möglich. Hier verschreibt der Arzt Medikamente. "Das können unter anderem Lösungen, Tabletten, Spritzen oder Kortison sein - je nachdem, was für den jeweiligen Patienten am besten ist", sagt Müller.

Die Kosten einer Therapie hängen davon ab, wie schwer die Allergie ist, welche Art der Behandlung gemacht wird und wie groß der Hund ist. Die meisten Medikamente werden nach Körpergewicht verabreicht. "Bei einem kleinen Hund mit einer leichten Allergie kann die Behandlung fünf bis zehn Euro pro Monat kosten, bei einem großen Hund mit schwerer Allergie bereits mehr als 100 Euro monatlich", sagt Müller. Laut Steidl sei die Behandlung über die Tierkrankenversicherung abgedeckt.  (dpa)



Wiegen, Impfen und Hasenzahnkontrolle

Jetzt ist Zeit zum Frühjahrscheck für Mümmelmänner

Um Ostern herum haben nicht nur Hasen viel zu tun, auch bei vielen Kaninchen steht jetzt ein wichtiger Termin an: der Frühjahrscheck beim Tierarzt. Dort wird geguckt, wie lang die Krallen sind, und wie die Zähne aussehen. Auch Fiebermessen, Wiegen und Impfen stehen auf dem Plan.

Dass viele Hasen im Frühjahr einen Termin beim Tierarzt haben, hängt mit Kaninchen-Krankheiten und den dazugehörigen Impfungen zusammen, beispielsweise der sogenannten Chinaseuche und der Myxomatose. Beide Erkrankungen sind für die Langohren lebensgefährlich. Mücken übertragen das gefährliche Virus. Daher wird geimpft, bevor die Mückensaison losgeht, damit bis dahin ein sicherer Impfschutz bei den Kaninchen aufgebaut ist.

Die meisten Tierärzte nehmen den Frühlingscheck auch gleich zum Anlass, um mit den Tierbesitzern über die richtige Haltung zu sprechen. Vor allem die Ernährung liegt den Ärzten am Herzen. Kaninchen brauchen Heu und Gras, und ein bisschen Obst und Gemüse. Dass die Zoo-Geschäfte noch viel mehr in ihrem bunten Angebot haben, sehen viele Tierärzte kritisch. Kaninchen brauchen kein Kraftfutter und keine Joghurtdrops.

Eine falsche Ernährung kann man den Tieren an ihren Hasenzähnen ansehen. Die wachsen bis zu einem Meter im Jahr und müssen ständig abgenutzt werden. Das schaffen die Kaninchen nur, wenn sie ausreichend Heu zum Mümmeln bekommen. Hartes Brot und Getreide sind dagegen untauglich. Werden die Kaninchen lange falsch ernährt, verschieben und verbiegen sich ihre Zähne dramatisch und wachsen in den Kiefer hinein – und das sieht spätestens der Tierarzt beim Check.

Wie viele Kaninchen in Deutschlands Haushalten leben, darüber gibt es keine genauen Zahlen. Der Industrieverband Heimtierbedarf beziffert die Anzahl der Kleintiere - also inklusive Mäusen oder Meerschweinchen - auf 5,1 Millionen.

 

Ein Mal im Jahr – idealerweise im Frühling – sollten

Kaninchen beim Tierarzt durchgecheckt werden. FOTO: DPA

 



Katzen und Hunde im Frühling zweimal am Tag bürsten

Der Fellwechsel bei Hunden und Katzen erreicht im Frühjahr seinen Höhepunkt. Um ihnen den Verlust des Winterfells zu erleichtern, werden sie am besten zweimal täglich gebürstet. Das fördert die Durchblutung der Haut, entfernt die losen Haare und sorgt dafür, dass das neue Fell knoten- und filzfrei nachwächst. Darauf weist Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, hin.

Wichtig ist, die Fellpflege auf das Haarkleid abzustimmen: Für langhaarige Hunde und Katzen verwenden Halter am besten einen Metallkamm mit abgerundeten Zinken. Kunststoffkämme laden sich durch die Reibung besonders am Katzenfell noch stärker elektrisch auf, was für das Tier unangenehm ist. Langhaarige Hunde werden am besten mit Borsten- oder Drahtbürsten gepflegt. Für das Fell kurzhaariger Hunde sind eine Bürste mit Kunststoffborsten oder ein Gummistriegel am besten geeignet.

Da Katzen beim Putzen mit der Zunge viele Haare verschlucken, ist es wichtig, ihnen genug Katzengras zum Fressen hinzustellen. Vor allem Wohnungskatzen haben es dann leichter, die verklumpten Haare wieder auszuwürgen. (dpa/tmn)

Wer seinen Hund oder seinen Katze jetzt regelmäßig bürstet, erleichtert den Fellwechsel und kann vielleicht die Haarflut auf dem Teppich eindämmen. FOTO: DPA



Bundestagabgeordnete wollen Hunde mitbringen

Der Bundestag kommt auf den Hund: 15 Abgeordnete von SPD und Grünen haben sich nach einem Medienbericht an Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) gewandt, weil sie ihre Hunde künftig mit in das Hohe Haus bringen wollen. Dazu ist eine Änderung der Hausordnung nötig, die bislang nur Blindenhunde im Bundestag zulässt.

"Wir wollen die Bedeutung von Heimtieren im Arbeitsalltag fördern, auch im Deutschen Bundestag", sagte der Sprecher der Gruppe, Heinz Paula (SPD). In einem von Paula verfassten Brief wird Lammert gebeten, "dem Wunsch vieler Abgeordneter nachzukommen und die Hausordnung des Deutschen Bundestages dahingehend zu ändern, dass das Mitbringen von Hunden zulässig ist".

Mitstreiterin Silvia Schmidt (SPD) sagte: "Mein Hund ist mein Freund. Er braucht meine Nähe, und ich brauche seine." Der CDU-Politiker Franz-Josef Holzenkamp reagierte mit Kopfschütteln: "Den Anfang machen die Hunde. Irgendwann stehen dann die Hamsterkäfige im Plenarsaal oder streunen die Katzen durch den Bundestag?" Das Parlamentspräsidium wollte sich dem Bericht zufolge zu dem Vorstoß zunächst nicht äußern.



Doppelzimmer mit Doggendame

Genießt die Urlaubszeit: Buddy, der Beagle, mit Anke Krinkes Bordeauxdogge Klara.

Urlaubswetter kann man das zur Zeit wahrlich nicht nennen, aber Elvis und Buddy stört das nicht. Der Podenco-Mischling aus Velen und der Beagle aus Ramsdorf, deren zweibeinige Rudel gen Süden in Urlaub aufgebrochen sind, machen Ferien am Eschweg - und sie fühlen sich unter ihresgleichen offensichtlich pudelwohl.

Gut, ausschlafen ist nicht. "Morgens um 7.30 Uhr beginnt der Tag hier", sagt Anke Krinke. In einer Phase der Arbeitslosigkeit war die Tierarzthelferin mit "Ankes Gassikutsche" gestartet, einem mobilen Betreuungsservice für Hunde. Diesen bietet sie auch nach wie vor an. Daneben entwickelte sich jedoch mit der Zeit der Pensionsbetrieb. Denn: Viele Vermieter von Ferienquartieren dulden keine Hunde, Flüge und lange Autofahrten sind Stress für die Tiere, ganz zu schweigen von Impf- und Einfuhrbestimmungen im Ausland. "Da suchen Hundebesitzer eine vorübergehende Bleibe für ihre Vierbeiner", weiß die 36-Jährige.

Maximal zehn Hunde nimmt sie auf dem Hof am Rand von Marbeck gleichzeitig auf, derzeit sind es sieben. "Es soll klein und gemütlich bleiben", sagt sie. Dafür hat sie das komplette Erdgeschoss ihres Hauses in eine Pension für Hunde umgewandelt. "Paragrafen gibt es dafür nicht", berichtete sie, dass das Veterinäramt anfangs nicht wusste, wie sie diese Pension einstufen sollten. Dicke, mit Fell bedeckte Matten liegen auf dem Boden neben der Küchenzeile und den Tonnen mit Hundefutter. Schlafplätze für die Vierbeiner, die wie Buddy die Gesellschaft lieben und es sich auch mal mit einer korpulenten Dogge bequem machen. Für diejenigen, die wie Elvis den Laden schon mal richtig aufmischen, gibt’s "das Einzelzimmer", die Hundebox im Nebenzimmer. Im Zwinger nächtigt hier kein Vierbeiner. "Es sind nun mal alles Wohnungshunde", sagt Krinke, die gegen 22.30 Uhr eine letzte Runde mit den Hunden dreht und dann das Licht ausmacht.

Elvis möchte beschäftigt werden und freut sich über das Spiel.


Selbst Power-Hunde wie Buddy - der Stammgast in Marbeck ist - sind dann in der Regel hundemüde. Wenn Neulinge zu den Gästen gehören, installiert Krinke vorsichtshalber ein Babyphone, um eingreifen zu können, wenn’s Zoff gibt. Doch das sei die Ausnahme.

 

Kein Wunder: Anke Krinke schaut sich ihre Gäste genau an, lädt sie zum "Candle-light-Dinner" ein, wie sie das Probewohnen scherzhaft nennt. Und da der Kreis Borken als Aufsichtsbehörde von ihr jährliche Fortbildungen verlangt, hat sich die Tierarzthelferin mit den Jahren neben Erfahrungen auch einiges an Wissen über das Verhalten und die Psyche der Vierbeiner angeeignet.

Sie weiß, wer wie zu nehmen ist. Und sie bestimmt die Spielregeln. Dazu gehört, dass alle Gäste den Tag an der frischen Luft verbringen. Nach dem Wecken geht’s raus in die Auslaufgehege. Vier davon gibt es auf insgesamt 250 Quadratmetern, alle mit einem Hundehaus, Plantschbecken, Wippe und anderen Spielmöglichkeiten ausgestattet. Elvis hat sich dieses bis gestern mit Kira, der Schäferhündin, und Asira, der Boxerhündin, geteilt. Sie sind nun wieder zu Hause. Jetzt muss er sich mit Snoopy, dem Münsterländer, arrangieren. Es fällt ihm nicht leicht. Auch die nachmittäglichen Spaziergänge mit anderen Gästen sind nicht sein Ding. Damit er dennoch beschäftigt ist, geht Krinke mit ihm jeden Tag auf die 2000 Quadratmeter große Spielwiese.

Buddy hingegen fährt mit, wenn Anke Krinke mit verträglichen Vierbeinern im Auftrag ihrer Besitzer am Pröbstingsee spazieren geht. Jeder so, wie er mag - und wie es seinem Temperament entspricht. Und wenn doch die Sonne scheinen sollte - dann dürfen auch Buddy, Elvis und Co. in der "VIP-Lounge" auf der Terrasse auf einem der alten Sofas alle Viere gerade sein lassen.

Fotos und Bericht: Rinke



„Luna” und „Emma” haben die Schnauze vorn

Luna und Amy? Beliebte Tiernamen bei agila.de

Wie bei den beliebtesten Baby-Namen gibt es auch bei Hund und Katze jedes Jahr eine Namens-Hitliste. Die AGILA Haustierversicherung AG hat die beliebtesten Tiernamen der bei ihr versicherten Tiere nun veröffentlicht. Danach sind Till Schweigers Töchter Luna und Emma sowie Amy Winehouse die beliebtesten Namenspaten für Hundedamen. Erklären lässt sich der Erfolg von Luna und Emma vielleicht durch die Kinder-Tierserie „Die Pfotenbande“. Darin spielen die beiden Töchter von Til Schweiger mit und erleben allerlei Abenteuer. Nebenbei vermitteln sie Wissen über Vierbeiner und deren Besonderheiten. 

Amy ist ein absoluter Newcomer auf der Hundenamen-Hitliste und gleich auf Platz drei gelandet: Namenspatin ist hier Amy Winehouse. Nach dem tragischen Tod der Sängerin verzeichnete die Tierversicherung einen sprunghaften Anstieg der Namensgebungen. Ob die nach ihr benannten Hundedamen auch Amys berühmte Behive-Frisur tragen, ist allerdings nicht überliefert.

Männliche Hundenamen sind 2012 übrigens erst ab Platz sechs der Beliebtheitsskala zu finden: Hier machten Sammy, Sam und Buddy das Rennen.

Die populärsten Katzennamen waren 2012 „Luna“, „Mia“ und „Kira“. Auf Platz zehn der Hitliste findet sich ein alter Bekannter: „Garfield“.

Tiernamen sagen meist weniger über das Tier als über den Besitzer aus. So liegt es doch nahe, dass sportbegeisterte Herrchen und Frauchen ihre pelzigen Freunde „Boris“ oder „Ronaldo“ nennen. Genussmenschen rufen ihre Lieblinge demzufolge dann vielleicht eher „Whisky“, „Sushi" oder „Schnitzel“. Praktisch veranlagte Gemüter greifen auf Namen wie „Tutnix“ oder „Wauwau“ zurück.

Egal ob die Wahl auf einen außergewöhnlichen, traditionellen oder pragmatischen Namen fällt: Am Ende zählt nur, dass Hund und Katze auch darauf hören. Alle, die noch Inspirationsquellen für die Namensgebung ihres Vierbeiners suchen oder einfach Interesse an beliebten oder skurrilen Tiernamen zeigen, sollten die Homepage der AGILA besuchen. Dort steht die komplette Hitliste, nach Tierart und Jahren sortiert, zum Download bereit.

Quelle: AGILA

 

 



Zecken heften sich vor allem an Ohren und Schnauze

Berlin (dpa/tmn) - Zecken beißen sich bei Hunden nicht immer sofort fest. Oft krabbeln die Plagegeister nach einem Spaziergang bis zu zwei Stunden auf dem Tier herum, um eine geeignete Körperstelle zum Festsaugen zu finden. Am liebsten sind ihnen Stellen, an denen die Haut dünn ist. Halter sollten einige Zeit nach dem Gassigehen deshalb besonders gründlich Ohrränder, Ohrmuscheln, Augenlider und die Schnauze untersuchen. Darauf weist Prof. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK) hin. So haben Besitzer die Chance, den Parasiten zu erwischen, bevor er mit dem Blutsaugen beginnt.

Zecken geben durch den Speichel Krankheitserreger an das Tier ab und können Hunde mit Borreliose oder Babesiose infizieren. Am besten benutzen Besitzer zum Entfernen eine spezielle Zange. Haben sie die nicht zur Hand, können sie die Finger nehmen. Dafür fassen sie die Zecke so dicht wie möglich an der Einstichstelle an, ohne sie zu zerquetschen. Auf keinen Fall sollte Nagellack oder Öl auf die Einstichstelle geträufelt werden. Dies begünstigt die Übertragung von Erregern sogar, weil die Zecke durch den Stress ihren Mageninhalt in die Wunde entleert.

 

 



Tierschützer begrüßen Tierverbot-Aus in Wohnungen

Der Deutsche Tierschutzbund hat die Aufhebung des von Vermietern festgelegten generellen Tierverbots in Wohnungen durch den Bundesgerichtshof begrüßt. Es sei allerdings nur ein „erster Schritt", teilte der Verein in Bonn mit. Das Urteil gehe noch nicht weit genug.

Im konkreten Fall ging es um die Haltung eines kleinen Hundes. „Wäre der Hund größer gewesen, hätte das Urteil sehr schnell anders aussehen können und das darf nicht sein", erklärte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Tiere nähmen gerade für alte oder sozial benachteiligte Menschen immer häufiger die Rolle des einzigen Sozialpartners ein. Hinzu komme, dass für diese Menschen eine Wohnungssuche mit Tierhaltungsbeschränkungen noch schwieriger werde, als sie es ohnehin schon sei. Dies müsse bei künftigen Urteilen bedacht werden.

Das Gericht hatte in einem am Mittwoch verkündeten Urteil entschieden, dass Vermieter die Haltung von Hunden und Katzen in Mietwohnungen nicht generell verbieten dürfen. Derartige Klauseln in Mietverträgen seien eine unangemessene Benachteiligung der Mieter. Erforderlich sei vielmehr eine Abwägung der Interessen im Einzelfall (Az. VIII ZR 168/12).

Tierhaltung in Zahlen:

Ob Katzen, Hunde, Goldhamster oder Meerschweinchen – in etwa einem Drittel aller deutschen Haushalte gibt es mindestens ein Heimtier. Zahlen und Fakten:

- 22 Millionen Heimtiere lebten 2011 in deutschen Haushalten - Zierfische und Reptilien nicht mitgerechnet.

- 8,2 Millionen Katzen waren darunter - der Deutschen liebstes Heimtier. Sie lebten in 16,1 Prozent der Haushalte.

- Mit 5,4 Millionen lagen Hunde auf Platz zwei (13,2 Prozent der Haushalte).

- Es gab 440 000 Terrarien, 1,9 Millionen Aquarien und 2,2 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen.

- Heimtiere sind bei älteren Menschen besonders beliebt. Etwa ein Drittel der Tierhalter ist älter als 60 Jahre.

- 2,86 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2011 allein für Tier-Fertignahrung aus. 916 Millionen investierten sie in Bedarfsartikel.

- Knapp 3,8 Milliarden setzte der Markt 2011 insgesamt um.

- Bei den Ausgaben lagen die Deutschen hinter Briten und Franzosen europaweit auf Rang drei.   (dpa)

 



Streit um Tiere in Mietwohnungen

Recklinghausen/Essen (dpa) - Ein Lama, eine Horde stinkender Frettchen oder eine giftige Schlange: Immer wieder sorgen kuriose Tiere im Haushalt für Zoff zwischen Mietern und Vermietern.
 
Man kann sich die Szene so vorstellen: Der Mann vom Mieterschutzbund sitzt in der Küche einer kleinen Wohnung in Mülheim an der Ruhr - und neben ihm steht ein Lama und schaut ihn an. Darf das sein? Streitereien um Tiere in Mietwohnungen beschäftigen immer wieder die Gerichte.
 
Tigerpython
Ob Schlange, Lama oder ein Dutzend kreischender Papageien:
Ungewöhnliche Haustiere sorgen immer wieder für Krach unter
Nachbarn oder zwischen Mietern und Vermietern. Foto: aktion Tier

«Es ist schon manchmal erstaunlich, was sich die Leute alles in ihren Wohnungen halten», sagt Claus Deese, Vorstand des Mieterschutzbundes in Recklinghausen. Er saß mit dem Lama in der Küche. Das Tier übrigens aß Pizza. «Wenn in einem Mietvertrag nichts Genaues zur Tierhaltung steht, muss der Mieter keine Extra-Genehmigung einholen», sagt Deese. Das gelte auch für exotische Tiere. Schwierig werde es jedoch, wenn sich andere Hausbewohner beschwerten - aus Ekel oder Furcht.

Wenn sich Mieter und Vermieter wegen Tieren zanken, dann meistens wegen Hunden und Katzen, sagt Werner Weskamp, Geschäftsführer von Haus & Grund in Essen und damit Vertreter der Hauseigentümer. Ein Vermieter könne in den Vertrag schreiben, dass er Hunde in der Wohnung verbietet, er müsse sich dafür nicht einmal rechtfertigen.

Auch Katzen-Streitereien können vor Gericht landen. Haarig wird es, wenn ein Vermieter Katzen erlaubt, dann aber Mieter mit einer heftigen Allergie ins selbe Haus einziehen. Ein Gericht müsse dann entscheiden, welches Interesse höher einzuschätzen ist - und das sei in den meisten Fällen sicherlich die Gesundheit, sagt Deese.

Ein pauschales Tierverbot dürfe nicht in Mietverträgen stehen. «Alles, was in Aquarien, Terrarien und Käfigen kreucht, fleucht und schwimmt, darf in Wohnungen gehalten werden - auch gegen den Willen des Vermieters», sagt Deese. Weskamp erinnert sich an den Fall einer sehr giftigen Schlange, die ein Mann aus Mülheim gekauft hatte. Das Tier entwischte, und das halbe Haus musste abgerissen werden, um sie wiederzufinden; der Schadensbetrag war sechsstellig.

Deese erinnert sich an einen Fall, ebenfalls in Mülheim, bei dem ein Mieter zwölf Frettchen besaß. «Die ganze Hütte hat gestunken, ich bin rückwärts wieder raus.» Der Vermieter konnte dem Mann die Frettchen nicht verbieten, ihn aber auffordern, gründlich sauber zu machen. Das Lama übrigens blieb nicht in der Wohnung: Die Mieter brachten es auf einer Wiese unter.

Kuriose Streitfälle vor Gericht

2010: Gefährliche Wildtiere wie Schlangen sind in hessischen Privatwohnungen auch künftig nur mit einer Ausnahmegenehmigung erlaubt. So entscheidet der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Geklagt hatte ein Hobbyzüchter, der mit einer befristeten Genehmigung 132 Giftschlangen, darunter 35 Königskobras, für Forschungszwecke in seiner Wohnung hält.2008: Ein Hartz IV-Empfänger hat keinen Anspruch auf eine größere Wohnung, wenn er einen Hund hält. Das entscheidet das Sozialgericht Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Wer ein Haustier besitze, könne weder ein höheres Arbeitslosengeld II noch ein größere Wohnung erhalten. Geklagt hatte eine Hundebesitzerin, die sich im Vergleich zu Hartz IV-Empfängern mit Kindern benachteiligt fühlte.2005: Mini-Schweine dürfen nach einem Urteil des Amtsgerichts München nur dann in einer Wohnung gehalten werden, wenn sie die Mitbewohner des Hauses nicht gefährden. Das schwarze Hausschwein einer Münchnerin hatte beim Spaziergang in einer Panikattacke zwei Menschen verletzt. Das Tier musste ausziehen.2004: Das Bayerische Oberste Landesgericht in München verhängt Stubenarrest gegen eine Katze. Die Richter gaben den Eigentümern einer Wohnanlage recht, die in der Hausordnung das Auslaufen von Haustieren auf ihrem Grundstück verbieten. Die Gefahr einer Verschmutzung der Anlage «liege nicht fern», so die Richter. Bei Ausgängen muss «Cora» künftig an die Leine.2004: Nachbarn eines Vogelfreundes, der 35 Papageien in seiner Wohnung hält, müssen dies nicht hinnehmen. Das entscheidet das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz. Die Nachbarn fühlten sich durch das Gekreische gestört.1999: Ein Katzenliebhaber setzt in zweiter Instanz einen eigenen Balkon-Ausgang für seine vier Stubentiger durch. Er erstreitet vor dem Münchner Landgericht ein Katzen-Ausschlupfloch in derBalkontür seiner Mietwohnung. Er darf sie auf eigene Kosten einbauen und muss sie beim Auszug wieder entfernen.



Warum Tiere Menschen guttun

Berlin (dpa/tmn) - Tierhalter können meist stundenlang von ihren Vierbeinern erzählen und Fotostrecken präsentieren. Studien zeigen, dass die Fürsorge für Hund, Katze und Kaninchen aber noch mehr bringt: Besitzer sind fitter, glücklicher und finden leichter Anschluss.

«Tiere tun gut» heißt es immer wieder. Klar, mit dem Hund draußen herumzuspazieren, kann nicht schaden. Aber was ist wirklich dran an der These? Tatsächlich gibt es einige Studien, die positive Auswirkungen von Tieren auf Menschen festgestellt haben.

Tiere als Blutdrucksenker und Eisbrecher

Studien haben gezeigt, dass schon die reine Anwesenheit
eines Tieres Menschen hilft. Streicheln senkt beispielsweise
den Blutdruck. Foto: Markus Scholz

«Jahrzehntelang dominierte ein sozialpsychologischer Forschungsansatz, der bestimmte Effekte von Heimtieren auf ihre Halter untersuchte», sagt Detlev Nolte, Generalsekretär des Forschungskreises Heimtiere in der Gesellschaft in Bremen. Die Ergebnisse stützten sich vor allem auf Befragungen und Beobachtungen. Langsam hätten sich aber auch naturwissenschaftlich basierte Forschungsansätze entwickelt.

Gefiederte Eisbrecher
Ein Vogel bietet stets reichlich Gesprächsstoff.
Das erleichtert mitunter den Kontakt zu anderen.
Foto: Frank Rumpenhorst

Heute gibt es zahlreiche Indizien dafür, dass Haustiere ihren Haltern gut tun - in vieler Hinsicht. Da sind zum Beispiel die physischen Effekte, also die körperlichen Auswirkungen auf Tierbesitzer. Einer ist ziemlich offensichtlich, deswegen aber nicht weniger wichtig: «Einer Untersuchung von US-Wissenschaftlern zufolge reichen 150 Minuten Bewegung pro Woche aus, um einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System zu haben», erklärt der Kardiologe Ralf Jordan, Chefarzt der Klinik für Kardiologische Rehabilitation und Prävention in Duisburg. Hundebesitzer erreichen diese Zeit eher als Menschen ohne Hund.

Außerdem haben Menschen, die sich jeden Tag an der frischen Luft bewegen, Studien zufolge ein stärkeres Immunsystem. «Ein Hund zwingt zum regelmäßigen Rausgehen, doch auch Menschen, die ein Pferd haben oder versorgen, müssen immer wieder raus aus ihrer Wohnung», sagt Udo Kopernik, Sprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen in Dortmund.

Gassigeher leben gesünder
Regelmäßig raus zum Gassigehen: Wer Hunde hat,
hat keine Ausrede mehr, Couchpotatoe zu sein - er tut
sogar eine Menge für seine Gesundheit. Foto: Jens Schierenbeck

Man muss aber nicht immer die eigenen vier Wände verlassen. «Es ist mittlerweile belegt, dass die reine Anwesenheit von Tieren und vor allem das Streicheln sehr helfen, den Blutdruck und die Herzfrequenz der Menschen zu senken», sagt der Kardiologe Jordan. Das sympathische Nervensystem sei weniger aktiv, weswegen weniger Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet werden. Für Goldfische gilt das allerdings weniger als für Hunde, Katzen oder Kleintiere.

«Mehrere Forscher haben auch herausgefunden, dass körperliche Aktivität chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs, Bluthochdruck und chronische Bronchitis positiv beeinflusst», sagt Jordan. Sich mit Tieren zu bewegen, könne dazu beitragen. Krankheiten blieben öfter auf einem konstanten Niveau, und die Anzahl und Intensität von Anfällen wie bei Bronchitis könnten reduziert werden.

Neben den physischen Auswirkungen können Tiere darüber hinaus der Psyche guttun. Hier gilt vor allem: Wer alleine wohnt und ein Haustier hat, fühlt sich nicht nur weniger einsam, sondern findet tatsächlich leichter Anschluss an andere Menschen. Das haben verschiedene Studien nachgewiesen. «Tiere können die Funktion eines Eisbrechers haben und Kontakte im sozialen Umfeld erleichtern», beschreibt Detlev Nolte das Phänomen.

Wer mit dem Hund draußen spazieren geht, wird eher angesprochen, als wenn er nur zwei Einkaufstüten nach Hause schleppt. Wer im Seniorenwohnheim einen Wellensittich hält, bekommt eher Besuch von Mitbewohnern, und eine Katze macht vielleicht auch Nachbarn im sonst so anonymen Mehrfamilienhaus neugierig. «Tiere schaffen einen unverfänglichen Anlass für ein Gespräch», sagt Nolte. «Ich kann einfach fragen, wie es dem Vogel heute geht und so ins Gespräch kommen.»

Hinzu kommt das gute Gefühl, von seinem Tier gebraucht zu werden. «Das tut jedem Menschen gut», sagt Kopernik. Gerade ältere Menschen, die nach vielen Jahren aus dem Beruf ausscheiden oder Eltern, deren Haus ohne Kinder auf einmal so leer wirkt, empfänden ein Tier häufig als sehr angenehm.

Ähnliches gilt möglicherweise für kranke Menschen: «Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass ein Tier eine zusätzliche Motivation sein kann, um wieder auf die Beine zu kommen», sagt Kopernik. Das könne vergleichbar mit kleinen Kindern sein, die versorgt werden müssen. «Dann jammert man eben nicht lange rum, sondern sieht zu, dass es einem schnell wieder gut geht.»

Bei Traurigkeit können Tiere ebenfalls helfen. «Unser Forschungskreis hat mal eine Untersuchung gemacht, welche Funktion Hunde bei Kindern hatten, wenn die Eltern sich scheiden ließen», berichtet Nolte. Das Ergebnis: Hunde können dann als eine Art neutraler Dritter agieren, der sich die Sorgen einfach nur anhört ohne etwas zu erwidern. «Hunde hatten ganz klar die Funktion des Trösters und des Gesprächspartners.» Doch auch Erwachsene fühlten sich durch Tiere oft glücklicher. «Allein die bloße Anwesenheit oder die Berührung eines Tieres kann bereits helfen, sich zu beruhigen.»