Hundehaltung in Miet- und Eigentumswohnungen

Erstaunlich aber wahr: Hunde dürfen in einer Mietwohnung nicht einfach so im Mietvertrag verboten werden. Aber sie sind auch nicht in jeder Eigentumswohnung per se erlaubt. Welche Möglichkeiten Hundefreunde haben und auf welche Schwierigkeiten sie stoßen können, erfahren Sie hier:

 

Hundehaltung in den eigenen vier Wänden

Endlich eine eigene Wohnung – endlich ein eigener Hund! Aber halt. So einfach ist es nicht – leider. Die schlechte Nachricht lautet nämlich: Auch in einer Eigentumswohnung ist die Hundehaltung nicht automatisch erlaubt! Es gibt bereits eine Vielzahl von Urteilen, laut denen ein Haltungsverbot für Hunde in Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen rechtmäßig ist. Warum? Ganz einfach: Auch wenn die Wohnung dem (künftigen) Hundehalter gehört, so kann durchaus für die gesamten Anlage ein Hundeverbot gelten, wenn dies zum Beispiel von der Mehrheit der Eigentümern so beschlossen wurde. So ein Beschluss ist leider auch in vielen Fällen rechtens und somit auch vor Gericht unanfechtbar. Wer sich also den Traum von der eigenen Wohnung plus Hund verwirklichen möchte, sollte vor der Kaufentscheidung unbedingt abklären, ob es dort bestimmte Regelungen zur Haltung von Tieren gibt.

 

 

Hundehaltung in der Mietwohnung

Erstaunlicherweise hat man als Mieter mehr Rechte, was die Tierhaltung betrifft, als man vielleicht glaubt. Ein Vermieter kann nämlich nicht pauschal die Hundehaltung verbieten. Allgemeine Klauseln in Mietverträgen sind häufig ungültig. Es macht deshalb durchaus Sinn, sich in so einem Fall erst einmal bei einem Rechtsanwalt kundig zu machen. Was allerdings keinen Sinn macht ist einen Streit mit dem Vermieter vom Zaun zu brechen! Man sollte immer zuerst das persönliche Gespräch suchen und die Lage in aller Ruhe zu klären versuchen. Denn niemand wohnt gerne dauerhaft ineiner Wohnung, wenn es Ärger mit dem Vermieter gibt. Ob ein Hund einziehen darf oder nicht, hängt übrigens juristisch von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise vom Einverständnis aller anderen Parteien in einem Mietshaus. Oder auch von der Größe des Hundes oder der Anzahl der Tiere. Jeder Fall muss also eigentlich individuell beurteilt werden und es kann deshalb nicht pauschal ein Tierhaltungsverbot per Mietvertrag ausgesprochen werden.

 

 

 

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Ach, du dicker Hund

Tierarzt: Dr. Gregor Berg (pets Premium)

Der Frühling ist da, die luftig leichte Garderobe wird wieder aus den Tiefen des Kleiderschranks gekramt und mit ihr zeigen sich auch die hartnäckigen Winterpfunde. „Wie die Frau, so der Wau-Wau“: Auch unsere treuen Begleiter fressen sich über die kalte Jahreszeit einige Reserven an, die mit dem bevorstehenden Fellwechsel zum Vorschein kommen. Höchste Zeit also, den Kilos den Kampf anzusagen und gemeinsam etwas für die Fitness zu tun. Denn, wer schön und vor allem gesund sein will, muss trainieren. Das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen.


Übergewicht – auch Tiere sind betroffen
Nicht nur bei Herrchen und Frauchen sind zu viele Pfunde auf den Rippen ein weit verbreitetes Problem, auch einige Vierbeiner haben damit zu kämpfen. Gründe dafür gibt es einige, die meisten Probleme sind hausgemacht. Ist der Hund zu dick, hilft eine Fasten-Kur – passend zum Frühlingsstart. Was es hier zu beachten gilt und wie man den Vierbeiner beim Abnehmen unterstützen kann, erläutert Dr. Gregor Berg:
„Der Fettanteil eines Futters bestimmt entscheidend den Energiegehalt. Je weniger Fett im Futter ist, desto eher ist es für eine Gewichtsreduktion geeignet. Da aber manche Fettsäuren für den Körper essenziell sind, darf man es hierbei nicht übertreiben. Es muss daher auf eine hochwertige Rezeptur des Futters geachtet werden, damit ausreichend essenzielle Fettsäuren enthalten sind. Meistens reicht es aber nicht, nur auf den Fettgehalt zu achten, oft muss auch die Futtermenge reduziert werden. Doch auch hier sind Grenzen gesetzt: Manche Hunde fangen z. B. an, Lebensmittel zu stehlen, wenn man ihnen einfach weniger in den Napf gibt. Um dem entgegen zu wirken, sollte ein Diätfutter auch einen höheren Gehalt an Faserstoffen aufweisen. Die füllen den Magen bzw. verringern die Verdaulichkeit der anderen Nährstoffe, so dass das Tier weniger Kalorien aus dem Futter ziehen kann. Das ist in dem Fall gewollt und hilft beim Abnehmen.“


Lauf Bello, lauf!
Neben der richtigen Ernährung ist auch Bewegung ein wesentlicher Punkt beim Frühjahrsprogramm für Hunde. Lange Spaziergänge und gezieltes Training mit passenden Hundespielzeugen machen den Vierbeiner fit für den Frühling. Wie das optimale Bewegungsprogramm aussehen sollte, verrät Dr. Gregor Berg:
„Die falsche Ernährung ist nur ein Grund für Übergewicht. Zu wenig Bewegung ein weiterer. Besonders im Winter und vor allem bei schlechtem Wetter fehlt uns oft die Lust, länger draußen zu sein. Die Konsequenz daraus ist, dass auch die Spaziergänge mit dem Hund kürzer ausfallen. Damit reduziert sich auch der Kalorienverbrauch unseres Vierbeiners. Passt man die Fütterungsmenge nicht an die geänderten Bedingungen an, dann bekommt das Tier jeden Tag ein bisschen mehr Energie, als es eigentlich benötigt – und wird dick. Wenn dann der Frühling kommt, sollte man daher das schöne Wetter wieder richtig nutzen: Ausgedehnte Spaziergänge und ein allgemein aktiveres Leben erhöhen den Kalorienverbrauch und lassen so einige Pfunde dahinschmelzen.“


Snack ist nicht gleich Snack

Naschwerk ist zwischendurch natürlich erlaubt – allerdings in Maßen und nur das Richtige wie getreidefreie Snacks oder spezielle Trainingsleckerlies. Denn oft wird der Fehler gemacht, auf einen bettelnden Blick mit einer Belohnung zu reagieren. Aber Vorsicht: Unsere menschliche Schwäche kommt unserem Liebling gar nicht zu Gute. Im Gegenteil, sie schadet vielmehr und lässt die Kilos mehr werden, wie Dr. Gregor Berg anmerkt:
„Besonders bei Hunden ist es oft so, dass sie zwar keine zu großen Futtermengen bekommen, dafür aber sehr viele kalorienhaltige Leckerlis. Viele Tierbesitzer sind sich dieser Zusammenhänge oft gar nicht bewusst. In solchen Fällen kann eine ausführliche Anamnese meist Klarheit schaffen.“


Vorsicht haarig
Mit den immer wärmer werdenden Temperaturen steht bei Hunden die Zeit des Fellwechsels an. Das merken wir besonders an den einzelnen Fellknäulen, die der Vierbeiner rund um die Uhr auf dem Sofa, dem Boden und der Kleidung hinterlässt. Doch auch zu dieser Zeit können wir unseren treuen Begleiter unterstützen. Dr. Gregor Berg klärt uns in diesem Zusammenhang auf:
„Die einzelnen Haare des Fells werden in der Haut produziert. Alles, was die Haut negativ beeinflusst, wirkt sich daher zwangsläufig auch auf das Fell aus. Zum Beispiel braucht die Haut essenzielle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, um eine ausreichende Schutzfunktion aufrechtzuhalten. Enthält die verfütterte Ration nicht genug dieser Fettsäuren, dann kann das Fell stumpf oder schuppig werden. Das gilt insbesondere auch für die Zeit des Fellwechsels, in dem der Bedarf höher ist als normal. Ähnlich ist das bei bestimmten Aminosäuren oder Mineralstoffen wie Zink oder Biotin. Besonders beim Fellwechsel sollte das Futter daher qualitativ hochwertige Proteine wie Muskelfleisch und hochwertige Fette mit einem hohen Gehalt an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren enthalten, damit das Tier trotz des erhöhten Bedarfs alle Nährstoffe bekommt.“

 

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Flöhe und Zecken - Lästige Plagegeister

ZECKEN

Zecken mögen’s warm
Im Winter müssen wir uns um die Blutsauger in der Regel keine Gedanken machen. Bei Temperaturen unter 7°C nämlich sind die Spinnentiere nicht aktiv. Sie befinden sich in Winterstarre. Aber mit dem Frühling erwachen leider auch sie wieder zum Leben – und bei Streifzügen mit unseren Hunden ist wieder Achtsamkeit gefragt.

Prophylaxe ist das A und O
Wichtig ist, sich und den Hund vor den Zecken-Attacken zu schützen. Denn bereits beim ersten Einritzen der Haut ihres Opfers kann die Zecke im schlimmsten Fall schwerwiegende Krankheiten übertragen. Die häufigsten und bekanntesten sind FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) und Borreliose. Natürlich sind die meisten Zeckenbisse ohne Folgen – doch ein Risiko sollten wir nicht eingehen.

Den Hund sollten sie mit Abwehrmitteln präparieren. Ob sie dafür chemische Spot-on-Produkte oder Halsbänder verwenden oder lieber auf pflanzliche Mittel setzen, bleibt Ihnen überlassen – sie sollten jedoch nachweislich wirkungsvoll sein. „Hausmittelchen“ wie Knoblauch eignen sich nicht.

Wir Menschen können uns ebenfalls mit Abwehrpräparaten schützen. Zusätzlich dazu empfiehlt sich eine FSME-Impfung. Sie schützt nicht vor dem Zeckenbiss, jedoch von der Infektion mit dem durch die Zecke übertragenen Virus, der die Krankheit auslöst.

Über eine mögliche Borreliose-Impfung für den Hund berät Sie Ihr Tierarzt.

GUT ZU WISSEN:

  • In sehr milden Wintern kann es vorkommen, dass Zecken ganzjährig aktiv sind. Achten Sie auf das Thermometer.
  • Zecken überleben sogar in der Waschmaschine Temperaturen bis zu 60°C.
  • Eine entfernte Zecke sollten Sie in Papier wickeln und mit einem harten Gegenstand zerdrücken. Vermeiden Sie sicherheitshalber den Kontakt ihrer Körperflüssigkeiten mit der Haut.

 

FLÖHE

Flöhe gibt es das ganze Jahr
Leider lassen uns die Flöhe nicht einmal im Winter in Ruhe, sie warten das ganze Jahr über auf eine gute Gelegenheit, Blut zu saugen. Die Übertragung erfolgt von Wirt zu Wirt: Es geht ganz fix und unbemerkt, der Hund kann sich überall Flöhe einfangen, wo andere befallene Tiere sich aufhalten oder aufgehalten haben. Es reicht schon ein kurzes Spiel mit Artgenossen, ja manchmal sogar das Schnuppern an einem „verflohten“ Igel.

In der Not...
... freut sich mancher Floh auch über Menschenblut: Der Hundefloh ist wirtstreu, er bevorzugt tatsächlich Hunde, Menschen plagt er kaum. Der Katzenfloh dagegen nimmt, wen er kriegen kann, ob Katze, Hund oder Mensch... . Flohbisse beim Menschen sind sehr leicht zu erkennen: Jeweils drei nahe aneinander liegende Bissstellen, die „Flohstraßen“, die angeschwollen sind und stark jucken.

Vorbeugen ist besser als Kratzen
Ebenso wie bei Zecken ist eine Prophylaxe wichtig. Denn hat man sich erst einmal Flöhe eingefangen, wird es schwer, sie wieder loszuwerden. Zudem können die Parasiten Bandwürmer übertragen und bei Hund wie beim Menschen juckende Hautreizungen hervorrufen, die sich entzünden können.
Wir Menschen brauchen keine Abwehrpräparate, wohl aber der Hund. Entsprechende Halsbänder sind im Handel erhältlich, viele Zecken-Abwehrmittel sind auch gegen Flöhe wirksam.
 

GUT ZU WISSEN:

  • Flöhe leben nicht am Hund sondern in dessen Umgebung.
  • Pro Tag kann ein sattes Weibchen etwa 50 Eier in der Wohnung ablegen! Die Umgebung des befallenen Hundes muss deshalb schnell mit wirksamen Putzmitteln gründlich gesäubert werden. Mehrfaches Staubsaugen ist zusätzlich empfehlenswert.
  • Flohbefall beim Menschen: Eine akribische Reinigung des Bettes, der Bettwäsche und getragener Kleidung ist das einzige Mittel, die Flöhe loszuwerden. Auch ein Besuch beim Arzt kann nicht schaden.



Ein Mantel für den Hund? Wann Kleidung wirklich sinnvoll ist

Ab November wird es ungemütlich. Der Wind pfeift kalt, die Sonne lässt sich immer seltener blicken und wenn wir morgens früh dran sind mit der ersten Gassi-Runde, dann zeigt sich vielleicht sogar schon der erste Raureif auf Wiesen, Büschen und Bäumen. Für und Menschen heißt es jetzt: Winterjacke, Schal und Mütze aus dem Schrank holen. Und die warmen Stiefel nicht vergessen.

 

Hunde brauchen keine Jacke

Aber wie sieht es mit unseren Hunden aus? Nun, sie sind für den Winter eigentlich optimal gerüstet. Uns haben sie zwar mit dem Fellwechsel im Herbst den letzten Nerv geraubt und den Staubsauger an den Rande des Wahnsinns gebracht, doch dafür brauchen sie jetzt weder Schal und Mütze noch einen Anorak. Die Natur hat für sie gesorgt: Ihr Winterfell, bestehend aus dick gewachsener Unterwolle und schützendem Deckhaar darüber, ist der beste und natürlichste Schutz gegen winterliche Kälte. Wenn sich der Hund außerdem beim Spaziergang richtig bewegen kann und nicht an der kurzen Leine Schritttempo gehen oder gar längere Zeit sitzen bzw. liegen muss, dann können ihm die Minusgrade nichts anhaben. Selbst mit dem Temperaturunterschied von drinnen und draußen kommen Hunde normalerweise gut zurecht.

 

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

Es gibt allerdings Hunde, die doch ein wenig Unterstützung brauchen, um nicht zu frieren. Dazu gehören zunächst Rassen mit sehr kurzem Fell, die auch im Winter kaum Unterwolle ausbilden. Zum Beispiel viele Windhundrassen oder einige Zwergrassen wie der Prager Rattler. Übrigens: Die Minis wie Chihuahua, Yorkie oder der bereits genannte Rattler haben ohnehin einen hohen Energiebedarf – ein Mäntelchen kann helfen, dass sie im Winter nicht noch mehr Kalorien verbrennen müssen, um warm zu bleiben. Auch ältere Hunde, die vielleicht sogar schon das eine oder andere Gebrechen wie Arthrose plagt, oder chronisch kranke Tiere sollten wir unbedingt mit einem wärmenden Mantel unterstützen. Sie leiden unter großer Kälte und Temperaturunterschiede können sie nicht mehr so gut ausgleichen.

 

 

Die passende Kleidung

Wer einen Hund besitzt, der schützende Kleidung benötigt, sollte vor allem auf die Funktionalität achten: Der schicke Wollpulli, der aber leider nach ein paar Minuten schon durchnässt und voller Schneebällchen ist, bringt nichts. Er ist reine Deko. Ein sinnvoller Hundemantel hingegen ist leicht, wasserabweisend und bequem. Er sollte im Optimalfall auch den Bauch bedecken; das ist vor allem bei kurzbeinigen Rassen wichtig, deren Bauch stets nahe am oder im Schnee ist! Probieren Sie Ihrem Hund die Kleidung vor dem Kauf an und achten sie darauf, dass sie nirgends einschneidet, wetzt oder drückt. Schuhe brauchen nur Hunde, die im Schnee „arbeiten“, wie etwa Schlittenhunde. Ansonsten kommen sie „unten ohne“ bestens zurecht. Sollte der Hund dennoch Probleme mit den Pfoten bekommen, gibt es Heilsalben, schützende Cremes und Fußbäder. Bei schlimmeren Verletzungen muss natürlich ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Wie erkenne ich, dass mein Hund friert?

- gekrümmte Haltung

- abwechselndes Heben der Pfoten

- gesträubtes Fell

- Zittern

 

Ziemer & Falke –Schulungszentrum für Hundetrainer
www.ziemer-falke.de - info@ziemer-falke.de



Entspannt allein

Trennungsbedingte Störung bei Hunden erkennen und verstehen

Viele Hundehalter kennen das Problem: Ihr Hund kann nicht alleine bleiben. Er jault und bellt oder zerstört in der Zeit ihrer Abwesenheit die Wohnung. Oft leiden Herrchen und Frauchen unter dieser Problematik genauso sehr wie der Hund und somit ist klar: Es muss etwas geschehen! Doch was genau ist eigentlich „Trennungsangst“? Und welche Ursachen kann diese haben?

 

Trennungsschmerz verstehen
Zunächst einmal ist es wichtig die Problematik des eigenen Hundes genau zu verstehen. Denn obwohl scheinbar viele Hunde dasselbe Problem haben – sie können nicht alleine bleiben – können sie nicht alle gleich behandelt werden. Denn  die berühmte „Trennungsangst“ kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Oft sind auch mehrere Auslöser der Grund für das Problem. Aus diesem Grund muss jede trennungsbedingte Störung genau betrachtet und analysiert werden. Beobachten Sie Ihren Hund und versuchen Sie zunächst Antworten auf die folgende Frage zu finden: Wie äußert sich das Problem bei meinem Hund? Erst aus einer genauen Beschreibung des problematischen Verhaltens heraus, kann im nächsten Schritt auf mögliche Ursachen geschlossen werden. Denn erst wenn Sie genau wissen, warum Ihr Hund nicht alleine bleiben kann, können Sie sich über mögliche Therapiemöglichkeiten Gedanken machen. Die gute Nachricht ist: Es gibt viele verschiedene Lösungsansätze, zur Behebung einer Trennungsangst. Diese können jedoch nur erfolgreich angewendet werden, wenn Sie die Umstände und Ursachen des Problems herausgefunden haben.

 

 

Erscheinungsbilder der Trennungsangst
Aus menschlicher Sicht, zählen alle störenden Verhaltensweisen, die auftreten, wenn der Hund alleine gelassen wird, zu einer trennungsbedingten Störung. Der Hund handelt dabei meist aus einer Angst und/oder aus Unbehagen heraus. Dies kann sich in vielen verschiedenen Formen äußern. Im Folgenden  möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick geben, wie die häufigsten problematischen Verhaltensweisen interpretiert werden können.

Ausscheideverhalten
Sie kommen nach Hause und finden Kot oder Urin in der Wohnung? Auch dieses Verhalten Ihres Hundes kann Ausdruck einer trennungsbedingten Störung sein. Wichtig ist dabei zu wissen wo der Hund Kot und Urin hinterlassen hat und wie dieser beschaffen ist. Finden Sie die Hinterlassenschaften ihres Hundes direkt vor der Tür? Dann könnte der Hund Angst oder Panik empfunden haben. Oder passierte das Malheur in einem abgelegenen Raum? Dann konnte der Hund Kot und Urin vielleicht schlicht nicht mehr halten. Hat der Hund dagegen das Bett oder Sofa verschmutzt, handelt es sich nicht etwa um eine „Unverschämtheit“, sondern vermutlich um den Versuch des Hundes Sicherheit zu suchen.
Kleine Urinspritzer können (bei Rüden) ein Hinweis auf Markierverhalten sein, kleinere Pfützen aber auch Symptom einer Infektion der Harnorgane. Sie merken, wie wichtig es ist, das Verhalten des Hundes genau zu beobachten und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen. Die genaue Abklärung dieser Punkte, sagt uns viel über mögliche Ursachen des problematischen Verhaltens des Hundes.

Vokalisation
Oft bekommen wir als Hundehalter es selbst gar nicht mit, doch die Nachbarn wissen nach unserer Rückkehr ein genaues Bild davon zu zeichnen, was Struppi in seiner Zeit allein zu Hause getan hat: Nämlich laut stark gebellt und gejault. Nicht oft kann dieses problematische Verhalten nicht nur in Mietshäusern zu erheblichen Schwierigkeiten mit den Nachbarn führen. Auch Vokalisation ist dabei sehr vielfältig und kann alle Formen von Bellen, über Jaulen bis leises Winseln annehmen. Was genau der Hund macht, kann uns wieder erheblichen Aufschluss darüber geben, warum er dieses Verhalten zeigt. Monotones Bellen etwa geschieht meist aus Langeweile, während leidendes Heulen auf erheblichen Stress beim Hund und/oder durch die Trennung vom Besitzer ausgelöste Ängste hindeutet.

Verwüstung und Zerstörung
Nicht nur junge Hunde neigen dazu, wenn sie alleine sind, die Wohnung ihrer Besitzer ein wenig „umzudekorieren“. Wichtig wenn Ihr Hund während des Alleinseins etwas kaputt macht ist, was genau er zerstört. Auch hier verstecken sich wieder Hinweise auf die Ursache. So deutet etwa die vorwiegende Zerstörung von Betten und Sofas darauf hin, dass Ihr Hund Ihre Nähe und Ihren Geruch sucht. Was liegt dabei näher, als die Orte aufzusuchen, die am intensivsten nach Ihnen riechen? Zudem nutzen wir diese meist im entspannten Zustand, sodass Hunde den dort verbliebenen Entspannungsgeruch  gerne nutzen, um ihre eigenen Ängste zu  lindern. Besonders schlimm, für Mensch wie Hund sind Zerstörungen von Türen und Fenstern, die der Hund meist in Panik zerkratzt oder zerbissen hat. Er sucht dabei eine Fluchtmöglichkeit, um Herrchen oder Frauchen so schnell wie möglich zu folgen. Scheinbar willkürlich zerfressene Gegenstände fallen oft der schlichten Langeweile Ihres Hundes zum Opfer. Ist der Hund nicht ausreichend ausgelastet und fühlt sich unterbeschäftigt, sucht er sich oft eigene Wege der Beschäftigung – mit denen wir nicht immer einverstanden sind.

Tipp: Videoanalyse
Um ganz genau zu wissen, was Ihr Hund eigentlich macht, wenn Sie weg sind, können Sie eine Videokamera aufstellen und den Hund aufnehmen. Wichtig dabei ist die richtige Kameraposition. Stellen Sie die Kamera so auf, dass sie aufnehmen können, wie sie gehen und wiederkommen. Eine Aufstellung Richtung Tür ist daher sinnvoll. Wollen Sie noch andere Bereiche aufnehmen ist der Einsatz einer zweiten Kamera sinnvoll. Auch können mehrere Einheiten aus verschiedenen Blickwinkeln hilfreich sein.

Ursachenforschung
Jetzt wissen Sie genau, was ihr Hund während des Alleinseins macht. Eine Frage bleibt dabei jedoch offen: Wie kam bzw. kommt es dazu, dass Ihr Hund dieses Verhalten zeigt?

Isolationspanik
Symptome der Isolationspanik sind panikartige Angst und ein hoher Stresslevel des Hundes. Dieser beginnt sofort nachdem Sie das Haus verlassen haben und erreicht nach 20 bis 30 min seinen Höhepunkt. Danach sinkt der Stresspegel wieder ab, kann aber jederzeit durch neue, Stress auslösende Reize wieder ansteigen. In solchen Fällen sollte auf jeden Fall die Bindung des Hundes zum Menschen überprüft werden. Diese ist häufig so stark, dass der Hund bei einer Trennung erheblichen Stress erfährt und aus diesem Grund auch sehr leidet. Starke Ängste können dabei aus schlechten sozialen Umfelder, gemachten oder fehlenden Erfahrungen entstanden sein, besonders in der frühen Welpenzeit. Auch eine Deritualisierung, also ein Wechsel des Hundes aus einer Isolationshaltung in eine sehr bindungsstarke Mensch-Hund-Beziehung und umgekehrt, kann ursächlich sein. Da die Symptome der Isolationspanik oft im tierschutzrechtlich relevanten Leidensbereich liegen, besteht bei dieser Form der trennungsbedingten Störung auf jeden Fall ein schneller Handlungsbedarf.

Langeweile
Auch Langeweile kann ein Grund dafür sein, dass ein Hund während des Alleineseins zum Beispiel bellt oder etwas zerstört. Dabei durchläuft der Hund mehrere Phasen, die man zu einer sogenannten Spirale der Langeweile zusammenfasst. Langeweile entsteht beim Hund meist aus Unterforderung, die wiederrum zu Frustration führt. Aus dieser Fristration heraus erfolgt dann eine Aggressionsumlenkung. Je nach Stadium der Langeweile und Intensität kann aus dieser Stimmung heraus das Annagen von Möbeln, Zerlegen von Polstergarnituren oder gar der ganzen Wohnungseinrichtung sein. Dabei kann der Hund sich so sehr in dieses Verhalten hineinsteigern, dass es zu tierschutzrechtlich relevantem Stress kommt.

Erlerntes Verhalten
Eine trennungsbedingte Störung kann auch anerzogen sein. Meist wurde dabei unabsichtlich das problematische Verhalten des Hundes bestärkt. Unglückliche Zufälle können dabei die treibende Kraft gewesen sein: Stellen Sie sich vor, Sie lassen Ihren Hund alleine. Er jault und winselt und durch einen Zufall müssen Sie noch einmal zurück in die Wohnung. Da Sie zurückkehren noch während der Hund jault, bestätigen Sie den Hund in dem Moment ungewollt in seinem Verhalten. Auf diese Weise kann der Hund lernen, dass jaulen sich lohnt, weil es dazu führt, dass Sie zurückkehren.

Das Trichtermodell – die Mischung macht’s
Meist ist nicht nur eine Ursache für das problematische Verhalten des Hundes verantwortlich, sondern es kommt zu einer Kombination der vorgestellten Ursachen. Zur Veranschaulichung, kann man sich einen Trichter vorstellen: Oben hinein kommen in unterschiedlicher Gewichtung, die verschiedenen Ursachen. Das was unten letztendlich rauskommt ist dann das individuelle störende Verhalten Ihres Hundes. Ihre Aufgabe besteht nun darin die Inhalte des Trichter so gut es geht zurückzuverfolgen und die möglichen Ursachen für die trennungsbedingte Störung Ihres Hundes aufzuklären. Nur so erhalten Sie einen möglichst genauen Überblick über die Gründe, die bei Ihrem Hund zu seiner Problematik führen.

Wie hoffen, wir konnten Ihnen Anregungen geben, das Verhalten Ihres Hundes genau zu analysieren und schließlich zu verstehen. Denn dann haben Sie auch eine Chance mit dem richtigen Trainingsansatz etwas gegen das Problem zu unternehmen!
Außerdem sollten Sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe bei einem/einer in dieser Problematik geschulten Verhaltensberater/in zu suchen. Der objektive Blick von außen bringt oft Klarheit in die oft komplexe Symptomatik und hilft auch bei langwierigem Training den roten Faden aufzunehmen und zu behalten!  

Viel Spaß beim Erkunden des Hundeverhaltens und ein erfolgreiches Training,

wünscht Ihnen Ihre Kristina Falke


Literaturempfehlung:

Entspannt allein

(Das neue Buch von Kristina Falke & Jörg Ziemer)
Lara heult stundenlang. Max zerkratzt Türen. Und Jack hinterlasst Pfützen in der Wohnung! Trennungsangst, Kontrollverlust, Unterbeschäftigung – wenn Hunde nicht allein bleiben können, hat das vielfältige Ursachen und erzeugt einen hohen Leidensdruck bei ihren Menschen. Kristina Falke und Jörg Ziemer wissen hier Rat: Mit dem großen Ursachentest findet der Leser heraus, warum sein Vierbeiner partout nicht allein sein kann. Schritt für schritt kann er dann das Training zum entspannten Alleinsein aufbauen – individuell abgestimmt auf den eigenen Hund.

Broschiert: 128 Seiten
Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos); Auflage: 1., Aufl. (5. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3440123014
ISBN-13: 978-3440123010

 

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Schnüffelspiele für Hundenasen!

Beschäftigung in Haus und Garten
Die Herbstzeit beginnt und damit auch das Schmuddelwetter! Keiner will so richtig vor die Tür. Und! Auf der Stirn Ihres Hundes können Sie deutlich lesen:“...mir ist sooo langweilig!“
Wie wäre es da mit Schnüffelspielen – sie machen Spaß, bieten eine tolle Auslastung für Ihre Fellnasen und man kann sie in Haus und Garten veranstalten – dem Regen zum Trotz.

Der Anfang: Schnüffelspiel „Such“
Wenn Ihr Hund bereits das Signal „Sitz“ beherrscht, können Sie ihn damit in einem ablenkungsfreien Raum platzieren oder Sie bitten einen Helfer Ihren Hund zu halten, damit er nicht gleich losstürzt ;-)

Als ersten Schritt ein Super-Leckerchen (oder Spielzeug) in Sichtweite, ein paar Meter vor Ihrem Hund, auf den Boden legen (er sollte dabei die Aktion gespannt verfolgen).
Gehen Sie zu ihm zurück und schicken oder lassen ihn los. Er wird vermutlich wie ein Flitzebogen losrennen und das Leckerli fressen bzw. das Spielzeug aufheben.
Loben und freuen Sie sich darüber überschwänglich, so versteht ihr Hund, dass er gerade etwas Großartiges gemacht hat. Wiederholen Sie den Ablauf, so kann er sich daran gewöhnen.
Unaufmerksame Hunde kann man etwas „anheizen“, indem man zunächst mit dem Leckerli / Spielzeug vor den Hundeaugen spielt und den „großen Schatz“ bewundert.

 



Schrittweise zum Nasenprofi
Jetzt können Sie die Entfernung erhöhen und das Leckerli vielleicht schon hinter ein Hindernis legen. Gehen Sie nur einen Schritt weiter, wenn ihr Hund die Suche leicht schafft, denn so garantieren Sie, dass er Freude an der Nasenarbeit hat.?
Sollte Ihr Vierbeiner nicht zum Schnüffelziel kommen, ist es das Beste, diese Fehlversuche zu ignorieren und von neuem (mit einer leichteren Suche) zu starten.
Vergessen Sie auch nicht, wie anstrengend die Nasenarbeit für Ihren Hund ist, manchen reichen 1 – 3 Durchgänge für den Anfang.

Das Hörsignal „Such“ können Sie einführen, wenn ihr Vierbeiner verstanden hat, worum es geht. Dann sollten sie 0,5 Sekunden, bevor er mit dem Schnüffeln anfängt, das Wort sagen. Erfolgreiches Schnüffeln ist dabei sehr wichtig, damit er den Gewinn mit dem Signal verbindet. Außerdem sollte Ihr Hund immer wissen, wonach er suchen soll. Also zeigen Sie ihm vor dem Start den Gegenstand und füttern das Leckerli bzw. lassen ihn an einer Geruchsprobe schnuppern - dann kann’s losgehen!

Gute Verstecke gibt es überall, man muss sie nur finden...
Beginnen Sie damit, schrittweise das Suchobjekt in anderen Räumen, in der ganzen Wohnung, Garten usw. zu verstecken. Die nächste Steigerung wäre es in Tüchern (z.B. Bettwäsche, alte Socken) im Altpapier, unterm Teppich, in Gegenständen (Schuhe, Kartons etc.) oder auf höheren Ebenen (Stühle, Regale usw.) zu verstecken. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt ?

Beliebt ist auch die Schnüffel-Suche mit mehreren Bechern/Dosen. Nehmen sie z. B. sechs gleich aussehende Plastikbecher und verstecken das Leckerli unter einem davon, ihr Hund wird mit Eifer losschnüffeln. Vertauscht man dann noch die Becher vor seinen Augen, muss er sich ziemlich konzentrieren – Gehirnjogging pur.

Das eigene Futter erschnüffeln
Warum stellen wir eigentlich unserem Hund den Futternapf vor die Nase? Es gäbe so viel spannendere Möglichkeiten! Falls Sie einen Garten haben, werfen Sie doch einfach eine Handvoll Futter weiträumig auf den Rasen, dem ihr Hund hinterher schnüffeln kann. Natürlich können Sie das volle Schnüffelprogramm auch auf Ihren gemeinsamen Spaziergängen veranstalten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Fellnasen viel Spaß! ;-)
Ihre Kristina Falke und Jörg Ziemer
 

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Welpen

Autorin: Dr. R. Jones-Baade
www.renate-jones.de

Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft
Wer sich einen Welpen anschafft, weiß, dass er einige Erziehungsarbeit vor sich hat. Trotzdem wird vor allem beim ersten eigenen Hund meist unterschätzt, wie viel Arbeit da auf einen zukommt, und wie lange es dauert, bis aus einem Welpen ein gut erzogener Hund geworden ist. Schon die Auswahl des Welpen stellt die Weichen und kann das zukünftige Zusammenleben eher vergnüglich oder eher anstrengend machen.

Die Rasse
Es ist auf den ersten Blick erkennbar, dass die Rasse den Pflegeaufwand erhöhen oder vermindern kann. So ist z.B. die Fellpflege bei einem kurzhaarigen Hund von vornherein weniger aufwendig als bei einem langhaarigen Hund. Andere Qualitäten einer Rasse sind nicht so offenkundig. Man sollte sich daher genau informieren, wofür eine Rasse ursprünglich gezüchtet wurde. Selbst wenn diese Hunde heute nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, sind die Fähigkeiten dazu angelegt. Hunde, die für Nasenarbeit gezüchtet worden sind, zeigen eine erhöhte Tendenz, ihre Nase einzusetzen. Im Extremfall hat man dann einen Hund, der sich mit tiefer Nase auf die Erforschung der Welt konzentriert. Oft ist da ein erhöhter Arbeitsaufwand nötig, damit so ein Hund ab und zu seinen Menschen anschaut.

Andere Hunderassen wiederum sind dazu gemacht worden, möglichst schnell zu sein - auch das fordert bei der Erziehung eventuell mehr Einsatz. Und alle Hunde sind Jäger. Es lohnt sich also, wenn man schon am Anfang genau überlegt, was man möchte: Viel Bewegung an der frischen Luft? Einen Kameraden beim Sport? Oder vor allem beim Fernsehen und im Cafe? Dann gilt es, die Rasse zu finden, die für die eigenen speziellen Wünsche besonders gut geeignet ist. Bei den vielen Rassen, die es gibt, ist mit Sicherheit etwas dabei. Es erleichtert Erziehung und Zusammenleben, wenn man nicht gegen bestimmte Rasseeigenschaften erziehen muss.

Die Herkunft
Sobald die Rasse feststeht - oder wenn feststeht: keine bestimmte Rasse, lieber ein Mix - muss geklärt werden: Wo finde ich diesen Hund? Auf was muss ich dabei achten? In den letzten Jahren hat sich gezeigt: Die charakterlichen Eigenschaften eines Hundes beruhen auf einem Zusammenspiel der angeborenen Grundlagen und der frühen Erfahrungen. Was ein Hund ab der Geburt bis zur 12. - 14. Lebenswoche erlebt, beeinflusst die Entwicklung seines Gehirns maßgeblich. Daher ist es außerordentlich wichtig, wie und wo ein Welpe seine ersten Lebenswochen verbringt.

Welpen werden frühestens im Alter von acht Wochen an ihren zukünftigen Halter abgegeben. Das ist gesetzlich geregelt. Also ist bis zu diesem Zeitpunkt der Züchter dafür verantwortlich, dass der Welpe die richtigen Erfahrungen mit Mutter und Geschwistern, seiner Umwelt und dem Züchter sowie anderen Menschen machen kann. Günstig für die Entwicklung sind neben der körperlichen Gesundheit:

  • eine angstfreie, menschenfreundliche und ruhige Mutter;
  • mehrere Geschwister beiderlei Geschlechts;
  • häufiger und freundlicher Kontakt mit Erwachsenen beiderlei Geschlechts;
  • freundlicher und regelmäßiger Umgang mit Kindern beiderlei Geschlechts, möglichst unter Aufsicht.

Ein guter Anfang für Welpen ist es, im engeren Umfeld von Menschen aufzuwachsen, z.B. in einer Wohnung. Ungünstig ist, wenn die Mutter ängstlich ist, wenn der Welpe in einer reizarmen Umgebung aufwächst oder ohne Geschwister. Welpen, die nur wenig Kontakt mit Menschen haben, sind später Menschen gegenüber ängstlich und in ihrer Kontaktfähigkeit manchmal erheblich beeinträchtigt. Auch längere und schwere Erkrankungen, die die Möglichkeit zu Kontakten zwangsläufig einschränken, behindern die Entwicklung. Grundsätzlich fällt einem Hund die Umstellung vom Züchter zu seinem neuen Leben leichter, wenn die neue Umgebung der, in der er aufgewachsen ist, möglichst ähnlich ist.

Ein Hund, der seine ersten Lebenswochen im Zwinger mit nur wenig Kontakt zu Menschen verbracht hat, bringt nicht die besten Voraussetzungen für ein Leben in der Großstadt mit. Suchen Sie also den Züchter Ihres Hundes sorgfältig aus und hinterfragen Sie alles. Vergessen Sie nicht: Die meisten Züchter, auch wenn sie ihre Hunde lieben, möchten mit der Zucht Geld verdienen oder zumindest kostendeckend arbeiten. Hundezucht ist ein Geschäft.



Die Auswahl
Ein Welpe, der nicht auffallend aus seiner Geschwisterschar hervorsticht, sondern im Hinblick auf Größe, Gewicht und Aktivität schön in der Mitte liegt, ist meist eine gute Wahl, vor allem, wenn man zum ersten Mal einen Welpen aussucht. Bei einem, der „besonders" ist muss man eventuell auch mit anderen Besonderheiten rechnen. Wählen sie also den Größten, den Aktivsten oder einen auffallend ruhigen oder zurückhaltenden Welpen nur nach genauer Überlegung. Lassen Sie sich nicht drängen, wenn nur noch einer frei ist - nehmen Sie den nur, wenn Sie ihn sowieso aus seiner Geschwisterschar gewählt hätten.

Wenn man sich von Mitleid lenken lässt (der Arme - der braucht MICH) sind Probleme oft vorprogrammiert. Auch wenn überhaupt nur noch ein Welpe da ist und damit jede Vergleichsmöglichkeit fehlt, ist ein bisschen Zurückhaltung beim Kauf angebracht. Von der gleichzeitigen Anschaffung zweier gleichalter Welpen kann man nur abraten. Die Erziehungsarbeit verdoppelt sich in jedem Fall und die Wahrscheinlichkeit von unerwünschtem Verhalten nimmt zu.

Übernahme
Es vereinfacht die Übernahme, wenn man seinen Welpen schon vorher besucht hat - möglichst mehrmals. Dann ändert sich für den Kleinen zwar die Umgebung - das ist aufregend genug - aber es ist wenigstens einer da, den er schon kennt. Lange Autofahrten bei der Übernahme können als sehr traumatisch empfunden werden und grundsätzliche Angst vor dem Autofahren zur Folge haben. Also sollte die Autofahrt möglichst schonend gestaltet werden. Auch hier ist hilfreich, wenn der Welpe seinen neuen Menschen schon kennt. Andere Möglichkeiten sind eine Decke, die nach Mama riecht, oder wenn der Welpe schon beim Züchter gelernt hat, gern in einer Reisebox zu schlafen. Besonders schön: Wenn der Welpe schon beim Züchter angenehme Erfahrungen mit dem Autofahren gemacht hat.

Die erste Zeit im neuen Heim
Die Umstellung vom Züchterhaushalt wird leichter verkraftet, wenn man in der ersten Zeit dasselbe füttert wie der Züchter. Über eine Futterumstellung kann man nachdenken, wenn der Welpe sich erst einmal eingelebt hat. Der Welpe sollte im neuen Heim nicht nachts allein eingesperrt werden, sondern möglichst in Reich- und Hörweite seiner neuen Menschen schlafen. So bekommt er keine Angst und man merkt eher, wenn er nachts unruhig wird, weil er mal muss. An das Alleinsein muss man ihn in den nächsten Wochen erst schrittweise gewöhnen. Wer seinen Welpen im Bett schlafen lassen möchte, darf auch das. Durch ein gezieltes Training kann man das später bei Bedarf wieder ändern.

Erziehung
Damit das Zusammenleben von Hund und Mensch funktioniert, muss der Welpe sehr viel lernen. Genauer gesagt: der neue Hundehalter muss seinem Hund zeigen, was er von ihm erwartet und es mit ihm üben. Hunde beherrschen das, was sie lernen sollen, nur dann, wenn sie es ausreichend oft geübt haben. Das ist wie bei Menschen. Wer Autofahren oder eine Sprache gelernt hat, weiß, dass das seine Zeit dauert. Hunde müssen sehr viel lernen. Alles auf einmal ist unmöglich - was also ist am Wichtigsten? Im Haus steht erster Stelle wohl die Stubenreinheit.

Hier gilt: Je weniger Fehler der Hund macht, desto schneller lernt er, was gewünscht ist. Der oder die „Erziehungsberechtigte“ muss also vor allem darauf achten, dass der neue Hausgenosse rechtzeitig an die gewünschte Stelle gebracht wird, um sich dort zu lösen. Ein Missgeschick in der Wohnung ist nicht der Fehler des Hundes, sondern des Halters, der nicht aufgepasst und versäumt hat, den Welpen rechtzeitig an den richtigen Ort zu bringen. Strafen in jeder Form - Schimpfen, Schütteln oder gar die Nase reinstupsen - schaden nicht nur dem Training selbst, sondern auch der Beziehung zwischen Hund und Halter. Häufig ist Angst vor dem Halter und vor Berührungen die Folge.

Zerknabbern von Gegenständen
Ein beim Welpen völlig normales Verhalten ist das Beknabbern von Gegenständen. Hunde erforschen nun einmal ihre Umwelt mit Nase und Maul. Im Zahnwechsel besteht zudem eine erhöhte Neigung zum Kauen - das kennt man ja auch bei Kleinkindern. Für den Halter ist es sehr ermüdend, dem Welpen immer wieder die Dinge aus dem Maul zu nehmen, die nicht zerbissen werden sollten. Nicht selten kommt man auch zu spät. Auf diesem Weg kann sich außerdem ein sogenanntes „aufmerksamkeitserregendes Verhalten“ entwickeln: Der Hund lernt, dass er die Aufmerksamkeit des Halters auf sich ziehen kann, wenn er an irgendwelchen Gegenständen herumkaut.

Am Besten stellt man einerseits dem Welpen geeignetes „Knabbermaterial" zur Verfügung und gestaltet andererseits die Wohnung für die erste Zeit „hundegerecht". Es wird also alles, was keinesfalls im Hundemaul landen sollte, außerhalb der Reichweite des Hundes aufbewahrt. Das gilt für alles, was dem Halter lieb und teuer ist, und für alles, was dem Hund schaden könnte. Alte Schuhe zum Kauen? Ein Problem: Nicht alle Hunde unterscheiden zuverlässig, welche Schuhe erlaubt sind und welche nicht. Hunde, die in ihrer Kindheit und Jugend nicht die Erfahrung gemacht haben, dass man auf allem Möglichen herum kauen kann, tun das erfahrungsgemäß auch später nicht.

Beißhemmung
Ein Welpe muss lernen, mit seinen Zähnen vorsichtig zu sein. Das Erlernen der Beißhemmung beginnt schon im Umgang mit Mutter und Geschwistern und muss im neuen Haushalt mit allen Mitgliedern der Familie weitergeführt werden. Ein Spiel, das zu grob wird, sollte zum Beispiel sofort abgebrochen werden. Vom Einsatz körperlicher Zwangsmaßnahmen ist abzuraten. Sie rufen häufig Gegenwehr hervor. Beißen kann verstärkt und/oder auch Angst verursacht werden. Eine gute Beißhemmung bedeutet nicht, dass ein Hund später niemals zubeißt. Eine gute Beißhemmung bedeutet, dass der Hund nur zubeißt, wenn er das wirklich will und nicht aus Versehen grob ist und jemand verletzt.

Rückruf und Bindung
Außerhalb des Hauses ist zunächst das Wichtigste, dass der Hund auf seinen Halter achtet und zu ihm kommt, wenn er gerufen wird. Erfahrungsgemäß macht das ein junger Welpe nach ein paar Tagen, wenn er erst einmal sein neues Herrchen kennt, ganz gut. Aber mit zunehmendem Alter, nach einigen Wochen, spätestens nach einigen Monaten wird der Hund unabhängiger und löst sich mehr und mehr von seinem Halter.

Dieser Entwicklung sollte man von Anfang an entgegensteuern. Dazu macht man das gewünschte Verhalten für den Hund möglichst lohnenswert und verstärkt und pflegt es. Ein Welpe, der für’s Herkommen immer wieder ein Belohnungshäppchen bekommt, kommt gern. Ein guter und zuverlässiger Rückruf muss sorgfältig schrittweise aufgebaut und trainiert werden. Das dauert seine Zeit. Strafen, besonders dann, wenn der Hund endlich beim Halter ankommt, schaden.

Rangordnung
Die Rangordnung spielt im Zusammenleben von Menschen und Hunden keine so wichtige Rolle wie immer wieder behauptet wird. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, unter anderem aufgrund von Beobachtungen an freilebenden Wölfen (David Mech) zeigen eindeutig, dass die erfolgreiche Einordnung in eine soziale Gruppe auf dem frühzeitigen Erlernen bestimmter Regeln beruht und nicht darauf, dass körperlich stärkere Tiere die anderen zur Unterordnung zwingen. Die erforderlichen Grundlagen werden von Anfang an im täglichen Umgang miteinander erlernt und geübt. Ähnlich wie Spielregeln oder eine Hausordnung ermöglicht das ein geregeltes und stressarmes Zusammenleben.

Es trifft nicht zu, dass Demonstrationen von körperlicher Überlegenheit das Zusammenleben mit einem Hund sowie seine Gehorsamkeit verbessern. Im Gegenteil, Maßnahmen wie z.B. den Hund auf den Rücken zu drücken oder zu werfen, belasten die Beziehung zwischen Hund und Halter. Sie können Angst und Aggressionsverhalten auslösen und sollten aufgrund dieses Risikos nicht eingesetzt und keinesfalls empfohlen werden.

Literaturempfehlung:

Welpenschule: Sozialisieren, erziehen & beschäftigen

Tollpatschig, verspielt und immer auf den Pfoten. Fegt Ihr kleiner Wirbelwind gern durch die Wohnung, verscheucht Nachbars Katze aus dem Garten oder hängt Ihnen ständig am Hosenbein? Dann wird es Zeit für die ersten Erziehungsschrittchen.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Welpen an Lärm, Autofahren und andere Alltagssituationen gewöhnen, wie Sie gemeinsam Übungen wie Sitz, Platz, Fuß meistern, alles, um Ihrem Welpen den besten Start ins Hundeleben zu geben. Extra: So verstehen Sie Ihren Hund und Spaziergänge interessant gestalten. Für Kids: Kleine Übungen für Dich und Deinen Hund. Mein Übungsplan: Wichtige Signale auf einen Blick.

Das Buch ist im Kosmos (Franckh-Kosmos) Verlagshaus erschienen und kostet 6,95 Euro. ISBN 978-3-440-10391-3
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Kleine Hunde

Autorin: Susanne Müller-Rielinger

Mit den Kleinen durchs Jahr
Kleine Hunde haben besondere Bedürfnisse. Viele sind mindestens genauso sportlich wie die Großen und passen sich in der Stadt problemlos an. Einiges gilt es aber zu beachten, wenn man mit seinem Kleinen unterwegs ist.

Im Sommer:
Alle langhaarigen Begleithunde kleiner Rasse - hierzu zählen auch die beliebten Bichons - brauchen einen Sommerhaarschnitt. Ihnen fällt ihr Haar nicht aus, weshalb sie auch gut zu Allergikern passen. Damit ihnen im Sommer nicht zu warm wird, sollten langhaarige Hunde regelmäßig zum Hundefriseur. Denken Sie bei Ausflügen mit Ihrem Hund daran, Wasser mitzunehmen. Denn Hunde können im Gegensatz zu uns Menschen ihre Körpertemperatur nicht über Schweißdrüsen regulieren. Wenn Ihrem Hund zu warm wird, beginnt er zu hecheln und verdunstet somit viel Flüssigkeit. Zuhause soll stets genügend Wasser im Napf bereitstehen. Sorgen Sie im Garten für einen kühlen schattigen Bereich, in den sich Ihr Hund zurückziehen kann. Lassen Sie im Sommer Ihren Hund niemals im verschlossenen Auto zurück!

Viele Hunde kleiner Rasse sind richtige Sportskanonen. Joggen mit Hund macht im Sommer mehr Spaß, wenn man sich morgens oder abends, wenn es etwas kühler geworden ist, auf den Weg macht. Selbstverständlich darf der Hund nicht mit vollem Magen mit zum Joggen. Achten Sie bei Hundebegegnungen darauf, einige Meter vorher bereits das Tempo zu drosseln. Unter Hunden gilt es als grob unhöflich, sich schnell aufeinander zuzubewegen. Beugen Sie daher Missverständnissen vor und nehmen Sie Rücksicht. Leinen Sie Ihren Hund an, wenn Ihnen ein angeleinter Hund entgegenkommt.

Im Herbst:
Lange Ausflüge im raschelnden Herbstlaub machen jetzt besonders viel Spaß. Die Kurzhaar-Rassen sind pflegeleicht, Blätter und kleine Ästchen verhaken sich gar nicht erst im Fell. Langhaarrassen haben damit zu kämpfen. Bürsten Sie das Fell Ihres Hundes regelmäßig - egal ob Lang- oder Kurzhaarrasse. Das fördert die Durchblutung, der Fellwechsel vollzieht sich schneller.

Herbstzeit ist Parasiten-Zeit! Vor dem Winter nutzen Flöhe und Zecken Hunde gern als „Tankstelle". Hierbei können Flöhe weitere Parasiten übertragen: Bandwürmer. Mit einem Flohkamm erkennen Sie sofort, ob sich ein ungebetener Gast eingenistet hat. Daher gehört ein Flohkamm in jeden Hunde-Haushalt! Im hohen Gras und Unterholz lauern bis in den Oktober hinein Zecken auf ihren Wirt. Zecken übertragen gefährliche Krankheiten, v.a. die Borreliose. Kontrollieren Sie daher nach jedem Spaziergang das Fell Ihres Hundes auf Zecken. Spot-on-Präparate, die einem Parasitenbefall vorbeugen, sowie die notwendige Wurmkur, erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.


Im Winter:
Wenn die Tage kürzer werden, sorgen Sie mit einem Leuchthalsband für Sicherheit. Da wir heutzutage unsere Hunde im Haus halten, und sie dadurch Temperaturunterschiede von 15-20 Grad ausgleichen müssen, ist ein Hundemäntelchen nicht nur ein modisches Accessoire. Die Nierengegend Ihres kleinen Lieblings ist bei Eis und Wind geschützt.

Hunde kleiner Rasse sind ausgesprochen pfiffig. Gerade die kleinen Jagdrassen sind in der kalten Jahreszeit schnell unterfordert. Gehirnjogging und Tricktraining, Such-Spiele und Apportieraufgaben bieten den nötigen Ausgleich, wenn man bei schlechtem Wetter nicht lange draussen bleiben kann. Lassen Sie Ihren kleinen Hund im Winter sein Spielzeug suchen: verstecken Sie es auch mal in offenen Regalen, lassen Sie ihn auch auf einem Stuhl suchen!

Üben Sie ab Winteranfang das Pfötchen-Duschen: Legen Sie mehrere Tage hintereinander Futter in die Wanne, bevor Sie Ihren kleinen Hund die Pfötchen und den Bauch abwaschen. So trainieren Sie schon mal für den Fall, dass bald Eis, Schnee und Streusalz abgewaschen werden müssen. Denken Sie immer daran, sich nicht über den kleinen Hund zu beugen und ihn nicht in die Ecke zu drängen. Das wirkt bedrohlich, viele mögen es nicht.

Im Frühling:
Die warme Frühlingssonne lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Tun Sie sich mit Gleichgesinnten zusammen, zum Beispiel zu einer organisierten Hunde-Runde. Gut erzogene Hunde kommen auch in geselliger Runde bei Ruf sofort zurück. In wildreichen Gebieten bleiben Hunde auf den Wegen. Denn jetzt brüten viele Vögel, die Wildtiere ziehen ihre Jungen auf. Mit einem Spot-on gegen Zecken und Flöhe sind Sie jetzt auch gut ausgerüstet.

Ob Sommer oder Winter - für Hundebegegnungen hier noch ein paar Verhaltenstipps: Ist Ihr Kleiner unangeleint, und treffen Sie auf einen ebenso unangeleinten Hund gleich welcher Größe, gestatten Sie die Begegnung. Hunde lernen Sozialverhalten nur, wenn man es zulässt, dass sie sich auseinandersetzen. Meist sind solche Hundebegegnungen unproblematisch. Gehen Sie weiter und engen Sie die Hunde nicht ein. Übertriebene Fürsorge wie Hochnehmen und ängstliches Drüberstehen bei Hundebegegnungen fördern problematisches Verhalten. Meist ist das ängstliche Verhalten des kleinen Hundes eine Verhaltensübertragung seitens des Menschen. Hilfreich sind Kenntnisse über die Hundesprache. Ihre örtliche Hundeschule unterstützt Sie sicher dabei.

Literaturempfehlung:

Kleine Hunde

Ob als unkomplizierte Begleiter von Hundefans mit kleiner Stadtwohnung oder als quicklebendige Familienhunde in Komfort-Größe - kleine Hunde sind gefragt!

Die erfahrene Hundetrainerin Susanne Müller-Rielinger erklärt in diesem Tierratgeber anschaulich, welche Vorzüge, aber auch besonderen Bedürfnisse kleine Hunde haben. Von Hundemäntelchen, über Leckerlis bis zur Begegnung mit großen Hunden werden alle wichtigen Fragen rund um Haltung, Pflege und Ernährung von kleinen Hunden beantwortet. Rasseporträts helfen schon im Vorfeld dabei, den idealen Begleiter für sich zu finden. Gerade bei den Kleinen sorgt eine von Anfang an konsequente Erziehung für ein ausgewogenes Miteinander.

Und in puncto Bewegungsbedarf sollte man sie nicht unterschätzen: Bei abwechslungsreichen Spaziergängen und sogar bei Agility und Dog Dancing wird Ihr kleiner Hund Ihnen zeigen, was in ihm steckt!

Das Buch ist im Gräfe und Unze Verlag erschienen und kostet 7,99 Euro. ISBN 978-3-833-81605-5

 



Kinder und Hunde

Autorin: Kristina Falke www.ziemer-falke.de

Manchmal trügt die Idylle
Jedes Mal sieht es idyllisch aus, wenn sich ein kleines Kind an einen mindestens doppelt so schweren Hund kuschelt oder sich beide auf dem weichen Teppich wälzen. Doch die Realität sieht oft auch anders aus, und dann lesen wir Schlagzeilen über Bissverletzungen und Vertrauensbrüche zwischen Mensch und Hund. Durch meinen Beruf weiß ich, wie erschütternd solche Vorfälle sind und dass schnell emotional gehandelt wird. Der Hund soll weg, dennoch hängt das Herz an dem geliebten Vierbeiner. Keine leichte Situation. Hier gilt es, Klarheit zu schaffen und die Ursache zu finden.

Denn häufig entstehen Bissverletzungen durch Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Kindern und Hunden. Etwa wenn ein Hund seinen Knochen, sein Fressen, Spielzeug oder ähnliches einfach nur „verteidigt“. Er kann nicht sprechen und sagen: „Lass das, das gehört mir. Ich habe Angst, dass Du mir es wegnimmst.“ Er kann nur seine Körpersprache einsetzen und eben Knurren, Bellen oder Beißen. Leider werden die ersten Warnungen von Menschen oft nicht erkannt.

So äußert sich „Hunde-Stress“:
Erste Anzeichen, dass der Hund unter Stress steht, sind beispielsweise über die eigene Schnauze lecken, schnüffeln, den Blick und Körper weiter abwenden, versuchen aus der Situation zu fliehen, spontanes Kratzen, gähnen usw. Das geschieht innerhalb von Sekunden. Reagieren weder Kind noch Hund auf diese Anzeichen, steigert der Hund seine Warnungen und zeigt auch schon mal erste Drohgebärden wie Knurren oder Zähne fletschen.

Psychologisch geschulte Hilfe für Mensch und Tier
Hundeverhaltensberater können solche Situationen erkennen und helfen, sie zu überwinden. Denn nicht jeder Hund, der beißt, ist potenziell gefährlich oder eine Bedrohung für seine Umwelt. Hundeverhaltensberater beobachten die Familie im Umgang mit dem Hund und beraten anschließend. Ist es schon zu einem Vorfall gekommen, gucken die Experten natürlich ganz besonders genau hin. Danach kann entschieden werden, ob der Hund weiterhin in der Familie gut aufgehoben ist und es sich nur um einen „Ausrutscher", ausgelöst durch ein Missverständniss, hielt oder ob der Hund wirklich aggressiv oder gar krank ist. Sollte sich die Familie entscheiden, den Hund zu behalten, wird ein gemeinschaftliches Training angesetzt.

Regelmäßiges Training
Missverständnisse werden aufgeklärt und nach einem Trainingsplan gehandelt. Zudem wird Prävention betrieben. Das ist ganz wichtig, um auch in Zukunft entspannt mit dem Hund umzugehen. Selbst wenn Ihnen und Ihren Kindern (hoffentlich) noch keine Bissverletzungen widerfahren ist, sind Vorbeuge-
maßnahmen wichtig und vereinfachen das Leben ungemein.

Ich gehe mit meinen Hunden regelmäßig Kindergärten und Schulen besuchen, damit bereits die Kleinsten lernen, wie man sich Hunden vorsichtig nähert und zwar bekannten und unbekannten Hunden. Hier ist häufig schon das erste Missverständnis versteckt. Nicht jeder Hund reagiert gleich freundlich auf die Annäherungen von Kinder. Jeder Hund hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Individualdistanz, die gewahrt werden sollte. Nutzen Sie ruhig jede Hundebegegnung und erklären Sie Ihrem Kind etwas dazu. Stellen Sie zu Hause Rituale auf. Lassen Sie das Kind den Hund füttern. Das fördert die Bindung zwischen den beiden. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kind die Situation steuern kann.

Der Hund sollte von ihm ins „Sitz“ gebracht werden und warten, bis der fertige Napf auf den Boden gestellt wird. Dann sollte sich das Kind entfernen und das Signal „Lauf" geben. Durch die Entfernung zum Napf wird dem Hund der Druck genommen, dass er sein Futter womöglich verteidigen muss. Das Kind steigt in der Achtung und lernt gleichzeitig einen konsequenten Umgang mit dem Hund. Bleiben Sie als Elternteil im Hintergrund, jedoch immer abrufbar parat. Sollte es Schwierigkeiten in der Umsetzung geben und der Hund mag die Signale des Kindes nicht ausführen, können Sie jederzeit eingreifen und Ihr Kind unterstützen.



Grundlegende Regeln einhalten
Je nach Alter und Reife des Kindes - und des Hundes - dürfen Sie die beiden niemals alleine miteinander lassen. Verlassen Sie den Raum, werden die Karten neu gemischt. Das bedeutet, dass möglicherweise der Hund die Kontrolle übernehmen will – mit ungeahnten Folgen für ihr Kind. Hunde verunsichert die Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen. Fehlen Sie, fehlt ihm Sicherheit, vor allem wenn man ihn mit einem Kleinkind plötzlich alleine lässt, dass sich in gewissen Situation nicht laufend, sondern wankend fortbewegt und manchmal auch in den höchsten Tönen spricht oder gar schreit.

Sollten Sie schwanger sein und Sie wissen, dass Ihr Hund, sobald das Baby da ist, nicht mehr mit in Ihrem Bett schlafen soll, bringen Sie ihm diesen neuen Plan so früh wie es geht bei. Starten Sie sofort. So kann er keinen zeitlichen Zusammenhang mit dem Entzug seines Rituals im Bett zu schlafen mit dem Nachwuchs verankern. Würde diese Änderung genau dann beginnen, sobald das Baby da ist, sieht es aus Hundesicht so aus, dass er für den Neuankömmling seine Privilegien abtreten muss.

Da ein Hund zu jedem Familienmitglied eine Beziehung aufbaut, sobald dieser in, bzw. über der Pubertät ist, sieht er den Nachwuchs häufig als Spielkumpanen an. Wird dieser aber negativ besetzt - etwa durch den Entzug der Privilegien, kann sich keine neutrale oder gar positive Bindung einstellen. Von daher empfehle ich Ihnen, dass Sie - so gut es geht - einen Plan machen und Ihre zukünftigen Änderungen vermerken und Sie Ihren Hund so gut es geht auf die neue Lebensphase vorbereiten. Es wird noch genug Situationen nach der Schwangerschaft geben auf die Sie flexibel - und damit für den Hund in seinen Augen untypisches Verhalten zeigen - reagieren müssen. Daher stellen Sie ihn vorher darauf ein.

Gute Partnerschaft
Kinder und Hunde können zu einem echten Dreamteam zusammen wachsen. Sie brauchen nur die Chance dazu. Ich beobachte häufig in meinen Kursen, wie gut Kinder mit Ihren Hunden umgehen und wie schnell sie die neuesten Lernmethoden umsetzen und ein 18 Kilo schweres Mädchen einen 30 Kilo schweren Hund erziehen kann. Ohne Kraft, ohne harte Erziehungsmethoden sondern nur durch Konsequenz und der eigenen Stimmung. Nehmen Sie Ihr Kind mit zur Hundeschule. Lassen Sie es Aufgaben übernehmen. Fördern Sie die beiden. Motivieren Sie Ihr Kind etwas Eigenständiges mit dem Hund zu erarbeiten. Dabei sollten Sie aber auch hierbei gleichzeitig darauf achten, dass sowohl Kind und Hund nicht überfordert werden.

Literaturempfehlung:

Hund und Kind - Beste Freunde

Welches Kind träumt nicht davon gemeinsam mit einem Hund aufzuwachsen. Für Kinder ist der Hund Beschützer, Freund und Seelentröster in einem. In dem GU Tierratgeber „Hund und Kind - Beste Freunde“ beantwortet die Autorin Kristina Falke alle Fragen zum Thema Hund und Kind und schafft damit beste Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander.

Neben zahlreichen Ratschlägen, wie ein Hund schon während der Schwangerschaft bestmöglich auf ein Baby vorbereitet werden kann, gibt es auch Tipps für die Eingliederung eines Welpen in die Familie. Zusätzlich erklärt die Autorin die Grundlagen des Hundeverhaltens und gibt Kreativ-Tipps für die sinnvolle Beschäftigung von Hund und Kind in allen Altersstufen.

Natürlich dürfen auch Angaben zu Hygiene, Gesundheitsvorsorge, Verantwortung der Eltern, der rechtlichen Situation und der Erziehung des Familienhundes nicht fehlen.

Das Buch ist im Gräfe und Unzer Verlag erschienen und kostet 7,99 Euro. ISBN 978-3-833-81713-7

 

 



Hundetraining und Körpersprache

HUNDETRAINING

Ein unendliches Thema! Genau wie in der Kindererziehung gibt es tausend Varianten und Wege, wie ich meinem Hund etwas beibringen kann. Es gibt allerdings eine Grundvoraussetzung, die jeder Art von Training als Basis dient:
Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Und da fängt es auch schon an: Beide sprechen nicht dieselbe Sprache. 
Wobei der Hund im Laufe seiner Domestizierung ein wahrer Profi im „Lesen und Verstehen von Menschen“ geworden ist. Umgekehrt hoppeln wir! Allerdings meist weit hinter her.

KOMMUNIKATION

Hunde kommunizieren hauptsächlich über körpersprachliche Signale. Sowohl ihr, als auch unser Körper bietet ein nahezu unerschöpfliches Arsenal an Möglichkeiten, sich gegenseitig zu verständigen.
Wenn wir Hundehalter uns also auf Augenhöhe, in einen Dialog, mit unserem Hund begeben wollen, müssen wir uns auf zwei Arten schulen. Erstens müssen wir erlernen, welche Körpersignale von Hunden was bedeuten (den Hund „lesen“ lernen). Und anders herum, welche menschlichen Körpersignale für den Hund was übersetzt heißen.
Zweitens sollten wir diese Köpersprache dann selber einüben, sprich Vokabeln lernen!

WIDERSPRÜCHLICHE SIGNALE

Solange wir Hundehalter allerdings mit harter Stimme „Sitz“ rufen, aber mit dem Körper signalisieren „kannst du auch bleiben lassen“, solange wir unseren Hund körperlich bedrohen oder ausbremsen und zeitgleich „Hier“ zischen, so lange läuft unsere gegenseitige Verständigung  nicht rund.
Die hier genannten Beispiele beschreiben noch ein weiteres Phänomen, nämlich dass wir Menschen sehr oft mit dem Körper etwas anders ausdrücken, als mit der Sprache.
Sich wiedersprechende Hör- und Körperzeichen verwirren den Hund. Sie führen dazu, dass er im Training oft nicht das gewünschte Verhalten zeigt oder erlernt, was uns dann unglücklich oder wütend werden lässt, das macht nicht gerade gute Laune.

Viele Menschen haben mit Körpersprache wenig „am Hut.“ Raus kommen sie aus der Nummer dennoch nicht, denn Menschen (und Hunde) können niemals nicht kommunizieren!
Ständig senden wir an unseren Hund Signale aus (und er an uns), über die Körperhaltung, Gestik, Mimik, den Geruch und Stimmlage. Deshalb ist es auch unmöglich unsere Hunde zu „belügen“, sprich eine Stimmung o.ä. vorzutäuschen.

Aus diesem Fakt, resultiert u.a. die Trainingsregel, nur in guter Stimmung zu trainieren. Ist man gestresst, überträgt sich dies automatisch auf den Hund.  Egal wie scheinbar „sonnig gelaunt“ wir ein „Platz“ säuseln oder in kritischen Situationen „die Ruhe selbst“ ausstrahlen WOLLEN. Haben wir nicht die innere Haltung und Stimmung dazu, überträgt unser Körper eine andere Botschaft nach Außen. Hunde würden dies sicherlich gerne mal mit:„belüg dich doch selber“ kommentieren.
Gutes Hundetraining beinhaltet somit immer die Signale des eigenen Körpers zu kennen und zu schulen, die Wirkung auf den Hund wahrzunehmen und missverständliche Botschaften zu vermeiden.

 



KÖRPERSPRACHE

Diese umfasst im Hundetraining übrigens alle Körperteile des Menschen:
Im Kopfbereich spielt der Blick, die Kopfhaltung und die Mundwinkel eine zentrale Rolle.
Die Position des Oberkörpers (Schultern, Arme, Hände) sind für Hunde von immenser Signalkraft. Dabei kann der Mensch die eigenen Stimmung und Emotion sehr stark über seine Atmung lenken. (Dazu kleiner Tipp: Der Mensch kann niemals gleichzeitig eine Emotion empfinden und sich auf die eigene Atmung konzentrieren. Wollen sie sich z.B. beruhigen und runterfahren, konzentrieren sie sich auf ihre Atmung, so entsteht eine Lücke in der Gedankenspirale.)

Die Beine haben eine richtungsweisende Funktion. Und der sichere Stand verdeutlicht in einer gerade aufrechten Haltung, die Führungsposition.

Besonders geeignet sind unsicher, ängstliche und sensible Hunde für ein körpersprachliches Training. Ebenso wirkt es Bindungs- und Aufmerksamkeitsfestigend. Insgesamt kann man einen Hund körpersprachlich in fast allen Bereichen des Hundetrainings führen, lenken und leiten. In unseren Ausbildungsgängen zum Hundetrainer und Hundeschulen beschäftigt sich ein großer Teil mit der Körpersprache und der Erfolg gibt uns Recht!

Probieren Sie’s aus oder SPRECHEN sie uns (ausnahmsweise) an ;-)

Ihre Kristina Falke

Ziemer & Falke –Schulungszentrum für Hundetrainer
www.ziemer-falke.de - info@ziemer-falke.de

 



Ernährung

Autor: Dr. Martin Bucksch

Bei der Ernährung unserer Hunde kommt es im Wesentlichen darauf an, eine optimale Nährstoffversorgung in Form einer ausgewogenen Nahrung zu gewährleisten – aber nicht nur. In meinem Buch „Fit und gesund - Hunde richtig füttern“ vermittele ich Basiswissen zu Themen wie Nährstoffe, Nährstoffbedarf, Verdauung und Verdauungstrakt des Hundes und zeige die Vor- und Nachteile kommerzieller (Fertig)Futtermitteln und selbst zubereiteter Rationen auf.

Als Autor frage ich mich stets, was genau ich meinen Lesern mit auf den Weg geben kann, beziehungsweise möchte. Bezogen auf die Ernährung unserer Vierbeiner liegen mir folgende Dinge besonders am Herzen:

1. Fertigfutter ist grundsätzlich kein „Teufelszeug“
Ja, die Futtermittelindustrie macht Milliardenumsätze mit kommerziellen Fertigfuttermitteln (Alleinfutter, Ergänzungsfutter etc.). Fertig(allein)futter stellen eine bequeme und in der Regel preiswerte Option für den Hundehalter dar, seinen Hund ausreichend mit den von ihm benötigten Nährstoffen zu versorgen. Entgegen langläufiger Meinungen werden Tierfuttermitteln keine Lock- oder Suchtstoffe zugesetzt. Es gibt eine Vielzahl kommerzieller Alleinfuttermittel, die teilweise ausgewogen, das heißt ausbalanciert im Hinblick auf die Nährstoffzusammensetzung, sind. Nicht alle sind dies jedoch, wie erst kürzlich eine Untersuchung kommerzieller Trockenfutter durch die Stiftung Warentest ergab.

Nichtsdestotrotz gibt es keinen wirklichen Grund, kommerzielle Fertigfutter für Hunde pauschal zu verteufeln. Auch wer selbst zubereitet, muss sorgsam darauf achten, eine ausgewogene Diät zu erhalten. Allerdings: Es gibt keinerlei Notwendigkeit dafür, dass eine Einzel- oder auch Tagesration in der Nährstoffzusammensetzung ausgewogen sein muss. Wichtig ist eine Ausgewogenheit über Wochen und Monate. Mangelerscheinungen durch Defizite einzelner Nährstoffe (oder Erkrankungen durch einen zu hohen Gehalt an bestimmten Nährstoffen) treten nicht bereits nach Tagen und in der Regel auch nicht nach wenigen Wochen auf!

2. „BARFEN“ nie ohne Vorkenntnisse
Beim sogenannten „Barfen“ („bone and raw food“) werden ausschließlich roher Zutaten verfüttert. Diese Form der Hundeernährung wird ebenfalls oft zu Unrecht verteufelt. Vermutlich handelt es sich, sofern einige wichtige Regeln befolgt und beherzigt werden, um eine artgerechte, äußerst gesunde und zudem sicher schmackhafte Art der Hundeernährung. Hierfür sind jedoch umfangreiche Grundkenntnisse über die Zubereitung der Rationen sowie auch die möglichen Gefahren erforderlich, die sich Hundehalter sorgsam aneignen sollten – auch um sich selbst vor möglichen Gefahren zu schützen.

3. Abwechslung ist Trumpf
Auch wenn beispielsweise die Stiftung Warentest und sonstige Institutionen verschiedene Futtermittel im Hinblick auf ihre Nährstoffzusammensetzung, Keimgehalt, Akzeptanz und andere Kriterien zu untersuchen in der Lage ist, stellt sich mir immer wieder die Frage: Wie steht es mit Parametern wie Lebensqualität, Lebensfreude, Schmackhaftigkeit, Beschäftigung, „Kauspaß“? Was würden Hunde wählen, wenn sie könnten? Ein sehr schöner Buchtitel lautet „Katzen würden Mäuse kaufen“. In gewissem Sinn entziehen diese Faktoren sich einer direkten, objektiven Überprüfbarkeit. Und einmal Hand auf’s Herz - möchten wir tagein, tagaus das gleiche essen?

Unsere Hunde können sich ihr Futter nun einmal nicht selbst aussuchen. Sie sind darauf angewiesen, das zu fressen, was wir ihnen vorsetzen. Manchmal ein Leben lang dasselbe (Fertig-)Futter. Viele Hunde fressen Gras. Mein Hund liebt Brennnesseln und Beeren. Andere versuchen sich an dem Kot von Pflanzenfressern (der überwiegend aus Faserstoffen besteht), Aas oder sonstigem. Warum? Spiegelt dies nicht die Suche nach Abwechslung wider? Das Bedürfnis nach Faserstoffen oder nach Nährstoffen, die vielleicht nicht gemäß dem Lehrbuch, aber vielleicht gemäß den individuellen Bedürfnissen des Hundes fehlen (oder auch nur eine Bereicherung des Speiseplans darstellen)?

4. Es gibt nicht DAS ideale Futer
Merken Sie, worauf ich hinaus will? Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass jede Art von „Extremismus" eigentlich überflüssig und in der Regel kontraproduktiv ist, wenn es um Meinungen / Ansichten (nicht nur) zum Thema Hundeernährung geht. Es gibt keine wirklichen Gründe, nur EINE Art der Fütterung gutzuheißen und andere zu verteufeln. Sicher ist BARF eine gesunde Alternative zu kommerziellen Fertigfuttern.

Aber wieso eigentlich nicht beides kombinieren? Wieso nicht für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen? Im Urlaub darf es auch einmal Fertigfutter sein, oder? Und ein Hund, der überwiegend Fertigfutter bekommt, kann sicher gelegentlich grünen, rohen Pansen fressen. Ausnahmen bilden kranke Hunde, Hunde mit Futtermittelallergien oder -überempfindlichkeiten sowie Hunde, die leicht Probleme mit der Verdauung aufgrund von abrupter Futterumstellung bekommen.

In meinem Buch habe ich auch versucht, mit einigen weit verbreiteten und sich hartnäckig behauptenden Mythen aufzuräumen sowie die absoluten „No-gos" in der Hundeernährung aufzuzählen, wie etwa das Verfüttern von Knoblauch, etc. Was immer wir unseren Hunden servieren – Abwechslung schadet sicher nie und Kompromisse sind auf der anderen Seite ebenfalls wie in jeder Beziehung erlaubt und ein Teil derselben. Ohne dabei ein übertrieben schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Ich selbst habe mich dabei ertappt, für meine Hunde zu kochen und im Anschluss selbst – aus Unlust am weiteren Kochen – eine Tiefkühl-Fertigpizza genossen zu haben. An der ich im übrigen nicht gestorben bin. Wichtig ist vermutlich lediglich, nicht immer alles hinzunehmen und immer wieder auf‘s Neue auch Ernährungsphilosophien und -praktiken kritisch zu hinterfragen. Dann klappt’s auch mit dem Füttern.

Literaturempfehlung:

Ernährungsratgeber für Hunde
Fit und gesung - Hunde richtig füttern

Noch vor zehn Jahren wurde über dieses Thema kaum gesprochen und geschrieben - Fertigfutter lautete die Devise. Doch die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr Hundehalter machen sich Gedanken darüber, was in den Napf ihres Hundes kommt. Und die Meinungen gehen weit auseinander: Von der reinen Fütterung mit Fertigfutter über Selbstkochen bis hin zum Barfen (Rohfütterung).

Dieses Buch möchte keine Lanze für eine dieser Möglichkeiten brechen, sondern sie vergleichen und dabei praktische umsetzbare Tipps geben, um die Ernährung des Vierbeiners abwechslungsreicher, natürlicher und gesünder zu gestalten.

Das Buch ist im Kosmos (Franckh-Kosmos) Verlagshaus erschienen und kostet 14,95 Euro. ISBN 978-3-440-11127-7

 

 



Hunde im Alter

Autorin: Dorothee Dahl

Zeichen der Zeit
Man kann nicht immer genau sagen, wann das Älterwerden bei Hunden beginnt, es gibt Rasseunterschiede, aber auch ganz verschiedene Hundetypen. Der eine kann bis ins hohe Alter gut laufen und liebt es, seine Besitzer noch auf langen Spaziergängen zu begleiten; der andere ist dann mit seinem Aussichtsplatz im Garten zufrieden. Was immer auch die Zeichen des Alters bei Ihrem Hund ausmachen: Die Hundepersönlichkeit, die Sie vielleicht schon viele Jahre begleitet hat, verdient es, in Würde alt werden zu dürfen.

Alterserscheinungen erkennen
Wie bei uns Menschen können auch bei Hunden die Zeichen für ein fortgeschrittenes Alter ganz unterschiedlich sein. Eine grauer werdende Schnauze tritt zum Beispiel, je nach Farbe des Hundes, möglicherweise schon in jüngeren Jahren auf. Neben körperlichen Veränderungen wie einer eingeschränkten Beweglichkeit durch altersbedingten Abbau der Muskulatur, nachlassendem Seh- und Hörvermögen und einer Veränderung der Fellbeschaffenheit, spielen auch Verhaltensänderungen wie übermäßige Ängstlichkeit oder vermehrtes Bellen ohne Grund eine Rolle. Degenerative Erkrankungen des Gehirns, die einer Demenz beim Menschen nicht unähnlich sind, können sogar zu Wesensänderungen des Hundes führen. Alle genannten Auffälligkeiten können, müssen aber nicht auftreten. Manche Hunde sind einfach bis ins hohe Alter quietschfidel und kerngesund.

Vorsorge
Bei Hunden spielen mehrere Faktoren eine Rolle: die durchschnittliche Lebenserwartung der Rasse, Gesundheit, Haltungsbedingungen und die individuelle körperliche und mentale Konstitution. Die Pflege des Hundes beeinflusst die Lebenserwartung ebenfalls positiv; hier ist vor allem auf ausgewogene Ernährung, die den Hund schlank bleiben lässt, ausreichende Bewegung, Fell-, Ohren- und Zahnpflege, sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt zu achten.

Die Durchführung einer Blutuntersuchung mit Erstellung eines Blutbildes beim Tierarzt kann Hinweise auf mögliche behandlungsbedürftige Erkrankungen der inneren Organe geben. Alte Hunde sollten außerdem, genauso wie ihre jungen Artgenossen, regelmäßig gegen die klassischen Hundeseuchen geimpft werden. Eine vom Tierarzt durchgeführte möglichst halbjährliche Zahnreinigung rundet das Vorsorgepaket für Hundesenioren ab.

Wer rastet der rostet?
Bei alten Hunden sollte man ganz genau darauf achten, dass sie die Dinge, die sie noch richtig gerne tun, auch weiterhin tun dürfen, jedoch nicht überfordert werden. Trotzdem tut jedem alten Hund Bewegung gut. Finden Sie hier für Ihren Hundesenior das richtige Maß. Möglicherweise tut es ihm gut, die lange Spaziergehrunde gegen mehrere kürzere zu tauschen. Es kann auch sein, dass ein Hund, der früher gerne mit vielen anderen Artgenossen auf der Hundewiese gespielt hat, nicht mehr so gesellig ist wie früher.

Vielleicht reicht es ihm, dem Nachbarshund hin und wieder guten Tag zu sagen oder mit einem anderen älteren Hundekumpel durch den Wald zu laufen. Auch der ehemalige Agility Crack verändert sich im Alter: Bestimmt hat er noch Spaß daran, zusammen mit Herrchen oder Frauchen einen Slalom zu laufen oder über die Brücke zu flitzen, er sollte aber aufgrund seines älter werdenden Bewegungsapparates nicht mehr zu begeistert springen.

Gute Zeit mit alten Hunden
Sie sehen schon, genau wie beim Menschen ist das Altern beim Hund ein individueller Prozess, der sehr unterschiedlich verlaufen kann. Beobachten Sie Ihren älter werdenden Hund gut und gehen Sie auf seine sich verändernden Bedürfnisse ein. Planen Sie gemeinsame Zeit nur mit Ihrem alten Hund ein und gönnen Sie ihm Privilegien, die nur ihm vorbehalten sind. Warum sollte der Senior nicht sein Körbchen im Büro oder seine Kuschelecke auf dem Sofa bekommen? Wenn Sie mehrere Hunde haben, nehmen Sie ruhig nur mal den Senior mit, wenn Sie unterwegs sind. Bestimmt werden Sie diese gemeinsame Zeit genießen.

So wie es Spaß macht, einen jungen quirligen Hund zu sich zu nehmen, ist auch das Zusammenleben mit einem älteren Hund etwas ganz Besonderes. In den meisten Fällen kennt man sich schon länger, hat vielleicht viele Jahre miteinander verbracht und versteht sich ohne Worte. Aber auch wenn man sich entschließt, einem Senior ein neues Zuhause zu bieten, kann diese neue Begegnung eine besondere Qualität haben.

Es ist erstaunlich, wie gelassen und über den Dingen stehend alte Hunde sein können, selbst wenn sie in ihrem bisherigen Leben weniger schöne Erfahrungen gemacht haben. Oft sind sie mit wenig zufrieden, freuen sich über den engen Kontakt mit Menschen und ein gemütliches Hundebett und brauchen nicht mehr das zu lernen, was einem bei einem jungen Hund bevorsteht.

Literaturempfehlung:

Graue Schnauzen: Gute Zeit mit alten Hunden


Wer das Glück hat, einen Hund zu haben, hat irgendwann eine ganz besondere Zeit vor sich: das Alter des geliebten Vierbeiners. Dieses Buch möchte dazu anregen, die Seniorenzeit des Hundes ganz besonders zu genießen und ihm alles zu geben, was er gerade in diesem Lebensabschnitt braucht.

Das Buch ist im Cadmos Verlag erschienen und kostet 10,95 Euro. ISBN 978-3-86127-754-5